Brandanschlag auf Jonschwiler Firma

Praktikant FM1Today, 30. Juli 2019, 17:15 Uhr
Linksextreme legten bei der Jonschwiler Firma Turbal Feuer.
Linksextreme legten bei der Jonschwiler Firma Turbal Feuer.
© hallowil.ch / Simon Dudle
Bei der Jonschwiler Firma «Turbal AG» wollten Angehörige der linksextremen Szene Feuer legen. Glücklicherweise ist dieses nie ausgebrochen. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Es scheint wie ein missglückter Brandanschlag. In einer Nacht- und Nebelaktion im Juni, haben Unbekannte auf dem Areal der Jonschwiler Firma «Turbal AG»versucht ein Feuer zulegen. Dies berichtet das Online-Newsportal hallowil.ch.

Im Internet ist auf einer Seite, welche der linksextremen Szene zuzuordnen ist, ein Bekennerschreiben dazu aufgetaucht. Darin ist zu lesen: «Als Beitrag zu den internationalen Aktionstagen gegen den Ilisu-Staudamm in der Türkei haben wir in der Nacht vom 7. Juni bei der österreichischen Baufirma Andritz in Jonschwil Feuer gelegt: Kriegs-Profiteure, Faschismus-Kollaborateure und Umwelt-Zerstörer sind angreifbar!» Als «Beweis» ist unten am Text ein Foto eines Andritz-Firmenautos angebracht. Gleich hinter dem linken Vorderrad liegt eine braune Flasche, an der etwas befestigt ist. Das Foto lässt Raum für Spekulation: Was er ein Sprengsatz oder nur ein Bluff?

Was genau unter dem Auto liegt, lässt Raum für Spekulationen. (Bild: Aus dem Bekennerschreiben)
Was genau unter dem Auto liegt, lässt Raum für Spekulationen. (Bild: Aus dem Bekennerschreiben)
© Aus dem Bekennerschreiben

Zum Tatzeitpunkt stand das Auto auf dem Firmengelände der Turbal AG in Jonschwil. Der Ostschweizer Ableger von Andritz ist Hauptkunde der Turbal AG und auch auf deren Firmengelände eingemietet. «Es entzieht sich meiner Kenntnis, was es genau war», sagt Lukas Hugentobler, Geschäftsführer der Firma Turbal AG, gegenüber hallowil.ch.

Mit Feuer gegen Andritz

Der österreichische Teil der Andritz-Gruppe ist am Bau des Ilisu-Staudamms in der Türkei beteiligt. Dort soll der Fluss Tigris kurz vor der Grenze zu Syrien und dem Irak für ein Wasserkraftwerk aufgestaut werden. Das Projekt der Türkischen Regierung ist regional, sowie auch international stark umstritten. Hauptkritikpunkt ist die geplante Überflutung einer nahen Stadt sowie archäologischen Stätten. Nach heftigen internationalen Protesten zogen sich im Jahr 2009 Deutschland, Österreich und die Schweiz aus dem Projekt des Ilisu-Staudamms zurück, weil sie Auflagen für Umwelt- und Kulturgüterschutz als nicht erfüllt sahen. Laut dem Bekennerschreiben seien heute nur noch wenige internationale Firmen beteiligt, darunter die Andritz Österreich.

Turbal grenzt sich klar ab

Laut Geschäftsführer Hugentobler liefert die «Turbal AG» keine Turbinen für den umstrittenen Staudamm: «Turbal und auch Andritz Jonschwil konzentrieren sich auf Kleinwasserkraft. Für Grosskraftwerke wie jenes in der Türkei liefern wir weder Technologie noch Waren. Wir sind nicht involviert. Deshalb ist die Sache für uns erledigt.»

In die Details will Hugentobler betreffend Tathergang nicht gehen. So sagt er auch nicht, ob es auf dem Areal tatsächlich gebrannt hat. Die Arbeit bei der Jonschwiler Firma sei am besagten Tag, dem 7. Juni 2019, aber wie gewohnt weitergegangen.

Die Staatsanwaltschaft St.Gallen ermittelt wegen versuchter Brandstiftung.

Praktikant FM1Today
Quelle: rör
veröffentlicht: 30. Juli 2019 17:02
aktualisiert: 30. Juli 2019 17:15