Vättis

Canyoning-Unglück: «Wir hatten sintflutartigen Regen»

13. August 2020, 18:22 Uhr
In der Parlitobelschlucht in Vättis ist es am Mittwochabend zu einem Canyoning-Unfall gekommen. Drei Männer wurden in der Nacht tot aufgefunden, ein vierter Mann wird vermisst.
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Quelle: Keystone-SDA

«Eine Gruppe von vier spanischen Touristen war am Mittwoch auf einer Canyoning-Tour in der Parlitobelschlucht in Vättis», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Die Männer dürften von einem heftigen Gewitter überrascht worden sein. Die Polizei geht davon aus, dass sie vor 19 Uhr verunglückten. «Sie wurden als vermisst gemeldet und die Rettungskräfte rückten sofort aus und begannen mit der Suche», so Schneider.

Das Parlitobel liegt südlich des Weilers St.Martin am westlichen Ende des Gigerwaldsees in der Gemeinde Pfäfers SG.

© Geoportal SG

Ohne Veranstalter unterwegs

Drei von ihnen wurden in der Nacht tot aufgefunden, ein vierter Mann wird weiterhin vermisst. «Gemäss ersten Erkenntnissen waren die Männer mit keinem Veranstalter unterwegs, genauere Informationen haben wir aber noch nicht.»

«Das war unvernünftig»

Im Dorf Vättis kann man nicht verstehen, dass am Mittwochabend jemand in der Schlucht war: «Es hat sintflutartig geregnet», sagt die Wirtin eines Restaurants. Das Gewitter sei auch nicht überraschend gekommen. «Wir sahen eine dunkle Front aufziehen», sagt eine Einwohnerin. Bei diesem Wetter beziehungsweise diesen Voraussagen in die Schlucht zu gehen, sei schlicht «unvernünftig». Bei Regenfällen sammeln sich innert kurzer Zeit enorme Wassermassen im besagten Bach.

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Quelle: tvo

Die Schluchten im Sarganserland sind bei Abenteuersportlern beliebt. «Wir sehen viele, die in Anzügen in Flüssen unterwegs sind», sagt die Wirtin. Man müsse sich auskennen, um Gefahren zu vermeiden.

Das sagt auch Erwin Gort, Präsident der Ortsgemeinde Vättis: «Es ist tragisch, wenn so etwas passiert. Die Wetterlage war sehr schwierig. Man sollte wissen, wann es sicher ist, solche Touren zu unternehmen.» Die Gemeinde habe den Vorfall nicht vermeiden können. «Die Leute müssen die Wetterlage selbst beurteilen können, wenn sie so etwas tun.»

Suche wegen Wetter unterbrochen

Was sich genau in der Schlucht abspielte, muss abgeklärt werden. Nach der vierten Person wird derzeit mit einem Grossaufgebot gesucht. Bereits in der Nacht stand ein Grossaufgebot von Rettungskräften im Einsatz. Die Wetterbedingungen sorgten in der Nacht für eine Unterbrechung der Suche. In den frühen Morgenstunden wurde der Einsatz wieder aufgenommen.

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Quelle: CH Media Video Unit / BRK News

(abl/thc)

Quelle: Kapo SG
veröffentlicht: 13. August 2020 09:55
aktualisiert: 13. August 2020 18:22
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