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Wegen mangelnder Kontakte

«Das Problem ist gross» – Die Jugend verfällt in eine Corona-Depression

26. Januar 2021, 19:53 Uhr
Die Corona-Massnahmen treffen alle Altersklassen. Auch Jugendliche leiden immer mehr darunter. Bei den 14- bis 24-Jährigen haben sich die Fälle von Depressionen seit Beginn der Pandemie versechsfacht.
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Quelle: tvo

Ängste, Einsamkeit und eine ungewisse Zukunft: Die Nebenwirkungen der Corona-Krise schlagen den Jugendlichen aufs Gemüt. Dies bestätigt eine Studie des Bundes, gemäss welcher die Zahl der Depressionen bei Jugendlichen seit Beginn der Pandemie drastisch gestiegen ist.

Drastische Verschlechterung durch Schulschliessungen

Auch die Chefärztin der Kinder- und Jugendpyschiatrischen Dienste St.Gallen, Suzanne Erb, ist alarmiert. «Das Problem ist gross. Wir sehen eine deutliche Zunahme der Krisen. Vor allem in den ersten zwei Januar-Wochen hat sich gezeigt, dass Jugendliche, welche bereits bei uns in Behandlung sind, durch die Schliessung der Mittelschulen rasch eine drastische Verschlechterung des Befindens gezeigt haben.»

Eine Umfrage unter einigen Jugendlichen zeigt: Es sind die sozialen Kontakte, die fehlen. «Es macht einem Mühe, wenn man nicht die Leute sehen kann, die man möchte», sagt die Schülerin Diana Heeb aus St.Gallen. «Man kann viel weniger soziale Kontakte pflegen. Deswegen verstehe ich den Anstieg der Depressionen», sagt Florian Wittwen aus Abtwil.

St.Gallen bietet offene Arbeit mit Kindern an

Die Stadt St.Gallen hat das Problem erkannt. Dass für die Jugendlichen die sozialen Kontakte besonders wichtig sind, sei unumstritten, sagt Mathias Gabathuler, Direktor für Bildung und Freizeit in der Stadt St.Gallen. «Ich bin froh, dass wir in der Stadt die Angebote wie offene Arbeit mit Kindern haben. Erst letzte Woche habe ich mehrere Institutionen besucht und gesehen, wie wichtig diese Arbeit ist.»

«Jugendliche sollen sich unterstützt fühlen»

Für die Fachärztin Suzanne Erb ist klar, dass die Folgen der Krise ein langfristiges Problem werden. Sie rät den Jugendlichen, sich ein Stück weit mit der Situation abzufinden. Bei Problemen solle man sich aber Hilfe suchen. «In unserer Gesellschaft wird sich einiges verändern. Diese Generation wird ihre Art finden, mit der Situation umzugehen. Dabei soll sie sich aber unterstützt fühlen.»

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. Januar 2021 19:53
aktualisiert: 26. Januar 2021 19:53