Neue Regel in Clubs

Gästeeinbruch wegen 2G?: «Angst hat sich nicht bewahrheitet»

Dario Brazerol, 12. Dezember 2021, 20:43 Uhr
In vielen St.Galler Clubs galt an diesem Wochenende erstmals die 2G-Regel. Einen markanten Einbruch der Besucherzahlen hat es aufgrund der neuen Massnahme aber weder im Kugl noch im Ivy gegeben.
Ins Kugl kamen zwar weniger Gäste, ob dies aber alleine an der 2G-Regel liegt, ist nicht klar.
© Tagblatt/Adriana Ortiz Cardozo

Die St.Galler Club-Betreiber schauten der anstehenden 2G-Regel mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits waren sie froh, überhaupt öffnen zu können, andererseits schwang eine Angst mit, durch die neue Massnahme Gäste zu verlieren.

Auswirkungen lassen sich schwer abschätzen

Ob wegen der 2G-Regel weniger Gäste ihren Weg ins St.Galler Kugl gefunden haben, ist für dessen Geschäftsführer Daniel Weder schwierig zu beurteilen: «Wir mussten kurzfristig die Veranstaltung wieder aufschalten. Letzte Woche, als noch nicht klar war, dass die 2G-Regel in St.Gallen möglich sein wird, haben wir die Events aus dem Internet gelöscht und die Ticketpreise rückerstattet. Nun mussten wir das ganze Ticketing neu starten.» Deshalb könne man nicht beurteilen, ob man mit 3G ein ausverkauftes Haus gehabt hätte.

Die Besucherzahlen am vergangenen Samstag seien zufriedenstellend gewesen. Nicht ausverkauft, aber auch nicht nur noch halb so viele Gäste wie sonst. «Diese Angst hat sich nicht bewahrheitet», sagt Weder gegenüber FM1Today. Trotzdem ist er sich sicher, dass auch wegen der 2G-Regel weniger Gäste gekommen sind. Man müsse aber die nächsten Wochen abwarten, um die Auswirkungen von 2G beurteilen zu können.

«Mit 2G könnte man vorläufig arbeiten»

Seitens der Gäste habe die Regelung zwiespältige Reaktionen hervorgerufen: «Es gibt jetzt die Hater, welche das Kugl nicht mal mehr mit einem Handschuh anfassen würden. Auf der anderen Seite gibt es jene, die sagen, sie seien froh und würden sich sicher fühlen.»

Die Stimmung im Kugl am Samstag sei gut gewesen, sagt Weder. Die Partylaune habe durch die neue Massnahme nicht gelitten. «So könnte man vorläufig arbeiten. Allerdings könnten nächste Woche schon wieder weitere Massnahmen wie 2G-plus kommen», sagt Weder. Das würde man deutlicher spüren, ist sich Weder sicher. Man müsse also in nächster Zeit flexibel bleiben.

Ein «fast normaler Ausgangsabend» im Ivy

Auch im Ivy in St.Gallen hat man keine grossen Auswirkungen der 2G-Regel gespürt. «Es war ein fast normaler Ausgangsabend», sagt Clubbetreiber René Meier. Es seien zwar weniger Gäste ins Ivy gekommen, allerdings lediglich circa 10 Prozent weniger als an einem herkömmlichen Samstagabend.

Es habe auch Gäste gegeben, welche mit einem Test-Zertifikat ins Ivy gelangen wollten. «Diese waren zum Teil etwas verdutzt, weil sie keinen Einlass erhielten und wollten es auch nicht ganz verstehen. Aber das sind die Regeln», sagt Meier.

Der Ivy-Chef vermutet, dass 2G für einige vielleicht sogar ein Anreiz gewesen sei, um in den Ausgang zu gehen. Demnach sei auch im Ivy ähnlich wie im Kugl die Stimmung am Samstagabend gut gewesen: «Sofern es bei 2G bleibt, kommt dies bei den Gästen gut an. 2G-plus wäre deutlich umständlicher für die Besucherinnen und Besucher.»

Bundesrat lässt verschärfte Massnahmen prüfen

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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Der Bundesrat hat letzten Freitag zwei Varianten mit verschärften Massnahmen bei den Kantonen in die Konsultation geschickt. Variante 1 umfasst eine 2G-Regel mit Masken- und Sitzpflicht bei der Konsumation. Dort, wo die Sitzpflicht nicht möglich ist, würde die 2G-plus-Regel gelten. Gäste müssten also Geimpft oder Genesen sein und einen negativen Corona-Test vorweisen. Variante 2 des Bundesrats umfasst ebenfalls eine 2G-Regel mit Maskenpflicht vor. Allerdings würden Bereiche, in denen keine Maske getragen werden kann, also auch Discos und Bars, geschlossen werden. Die Konsultation dauert bis am 14. Dezember.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 12. Dezember 2021 20:11
aktualisiert: 12. Dezember 2021 20:43
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