Ostschweiz
St. Gallen

Präsident des St.Galler Gastroverbandes zur Lockerungsstrategie des Bundesrates

St.Gallen

Gastroverband: «Wir brechen nicht in Jubelgesänge aus»

· Online seit 29.04.2020, 18:55 Uhr
Mit einem Schutzkonzept dürfen Gastrobetriebe ab dem 11. Mai wieder öffnen. Der Präsident des St.Galler Branchenverbandes kann sich darüber nur bedingt freuen.
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«Viele Gastrobetriebe stehen vor existenziellen Problemen», sagt Bundesrat Alain Berset am Mittwochnachmittag an einer Medienkonferenz. Deshalb – und weil es die epidemiologische Lage zulasse – wolle man die Öffnung erster Restaurants, Cafés und Bars ab dem 11. Mai zulassen. Dies ist an Bedingungen geknüpft: Höchstens vier Personen dürfen an einem Tisch sitzen, dazwischen muss ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Alle Gäste müssen sitzen.

Walter Tobler, Präsident von Gastro St.Gallen, dem Kantonalverband für Hotellerie und Restauration, freut sich über die Lockerung, die nun doch früher als erwartet eintritt. «Wir sind aber auch nicht in Jubelgesänge ausgebrochen.» Denn vieles sei noch ungeklärt.

Finanzielle Abwägungen 

«Viele Beizer stellen sich nun die Frage, wie sie die Regeln überhaupt einhalten können.» Nicht alle Betriebstypen seien dafür geeignet. «In Bars wird es sicher ein Problem, da man laut Bundesrat ja sitzen muss.» Zudem sei es für kleinere Betriebe gar nicht kostendeckend, den Betrieb für einen kleinen Teil der Gäste hochzufahren.

Tobler besitzt selber die Huus-Braui in Roggwil. «Ich werde bei schönem Wetter den Garten öffnen. Die Bar selbst öffne ich nicht, weil es nicht lustig ist, mit so wenigen Leuten da drin zu sitzen.»

Noch ungeklärt ist, ob das Servicepersonal ab dem 11. Mai Schutzmasken tragen muss. «Noch weniger weiss ich, ob die Gäste überhaupt Lust darauf haben, von Leuten in Masken bedient zu werden und so weit auseinander zu sitzen.»

«Schrittchen in Richtung Freiheit»

Trotz all den Sicherheiten – Tobler ist überzeugt, dass viele Beizer eine Erleichterung verspüren. «Sie kriegen schon eine Lösung hin, um wenigstens ihre Stammgäste begrüssen zu dürfen.» Das sei «ein Schrittchen in Richtung Freiheit». «Die Probleme in der Gastronomie sind nicht plötzlich weg.»

Bis zum Übergang in den Normalbetrieb dauert es noch eine Weile. Unklar bleibt, ob kleinere Betriebe die Zeit bis dahin überhaupt überleben.

veröffentlicht: 29. April 2020 18:55
aktualisiert: 29. April 2020 18:55
Quelle: FM1Today

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