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St.Gallen

Immer mehr Unfälle mit Schulkindern und E-Bikes

13. März 2020, 14:55 Uhr
Die Anzahl der Verkehrsunfälle ist im Kanton St.Gallen zurückgegangen. Trotzdem zählte die Polizei 15 Verkehrstote, drei mehr als im Vorjahr. Stark zugenommen haben vor allem Unfälle mit Schulkindern und E-Bikes.
Im Kanton St.Gallen hat es 2019 so wenige Unfälle wie noch nie gegeben. (Symbolbild)
© iStock

So wenige Unfälle im Strassenverkehr wie im vergangenen Jahr hat es im Kanton St.Gallen noch nie gegeben. 2650 Unfälle ereigneten sich auf den Strassen (2018: 2804). Das teilt die Kantonspolizei am Freitag mit. Trotz rückläufiger Unfallzahlen ist die Zahl der Verkehrstoten gegenüber dem Vorjahr um drei auf 15 gestiegen. «Hauptschuldig ist in fast allen Fällen der Mensch, weil er nicht fahrtauglich war», sagt Philipp Sennhauser, Leiter der Verkehrspolizei. 

Die meisten Unfälle geschahen auf Haupt- und Nebenstrassen im Tempo-50-Bereich und am häufigsten betroffen waren Personen zwischen 20 und 29 Jahren. Die Polizei will deshalb auch in Zukunft vor allem innerorts Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Mediensprecher Hanspeter Krüsi sagt: «Wir werden andauern kritisiert, wieso wir genau dann eine Kontrolle durchführt haben.» Deshalb werde sich die Polizei in Zukunft nicht mehr dazu äussern, warum jene Kontrolle gemacht wurde. 

Immer öfter Betäubungsmittel

Bei den meisten Unfällen handelte es sich um Schleuder- und Selbstunfälle (knapp 350). Alkohol war weniger oft im Spiel (2019: 219, 2018: 253), Betäubungsmittel aber öfters (2019: 20, 2018: 13). Die Zahl der Verletzten – die zufallsgebunden stark schwanken kann – blieb mit 1044 (2018: 1024) ungefähr konstant. 157 (2018: 169) Personen wurden schwer verletzt, 15 (2018: 12) Personen starben. Unter den Opfern waren vier Fussgänger und vier Velofahrer.

Zugenommen haben die E-Bike-Unfälle (2019: 92, 2018: 68). Dies sei angesichts der stark zunehmenden Verbreitung der E-Bikes nicht verwunderlich, sagt Philipp Sennhauser. Betroffen waren vor allem die langsamen E-Bikes mit Tretunterstützung bis 25 km/h. Gefährdet ist beim E-Bike-Fahren vor allem die ältere Generation. Über die Hälfte der Verunfallten trugen keinen Helm.

Unfälle mit Schulkinder häufen sich

Deutlich zugenommen haben laut Statistik auch die Unfälle auf dem Schulweg (2019: 46, 2018: 32). Es gab dabei auch mehr Verletzte. In einem Drittel der Fälle führte ein Fehlverhalten von Schülern – zum Beispiel unvorsichtiges Überqueren der Strasse – zu Unfällen. Die Polizei prüft, wieso genau es zu der Steigung der Unfälle kam. «Wir können nur vermuten, dass die Kinder zum Beispiel durch Überbehütung nicht wissen, wie sie sich im Strassenverkehr verhalten müssen», sagt Sennhauser. Am stärksten gefährdet sind hier Kinder bis 14 Jahre. Die Kantonspolizei St.Gallen prüft allenfalls erforderliche Massnahmen. 

Deutlich mehr Unfälle auf Stadtautobahn

Auf der Stadtautobahn St.Gallen (SA1) wurden im vergangenen Jahr 18 Unfälle mehr registriert (2019: 117, 2018: 99). «Die Baustellen tragen zu der höheren Zahl bei», sagt Sennhauser. Es sei zu erwarten, dass auch in den nächsten Jahren die Zahl nicht gross zurückgehen wird, solange gebaut werde.  

(gbo/sda)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 13. März 2020 15:06
aktualisiert: 13. März 2020 14:55