In Buchser Altbauten wird’s nass

Laurien Gschwend, 18. November 2017, 08:24 Uhr
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An der Buchser Bahnhofstrasse herrscht Bauboom. Die Besitzer von älteren Häusern freut das nicht: Sie glauben, dass die Neubauten für die Wassereinbrüche in ihren Kellern verantwortlich sind.

In Buchs wird nicht nur in die Höhe gebaut - auch der Untergrund wird beispielsweise für Tiefgaragen ausgehöhlt. Seit Neubauten aus dem Boden spriessen, haben Renate und Karl Keinath vom Restaurant Bären nasse Füsse. Dies, weil Grundwasser in ihre Liegenschaft eintritt, vermuten sie im Interview mit TVO. «Was sollen wir machen?», fragt Renate Keinath. Ihr Ehemann ist ebenso verzweifelt: «Wir haben jedes Mal Schäden und die Versicherung zahlt nichts.» Trotz Wasserpumpe müssen die Wirte ihre Beiz regelmässig trocknen und saugen.

Ein «Bach» im Altbau

Der Nachbarin der Keinaths, Lydia Kuhn, ergeht es ähnlich. «Das Wasser kommt hoch wie ein Bach», sagt die Besitzerin eines alten Gebäudes an der Bahnhofstrasse in Buchs. Die Situation sei noch nie so schlimm gewesen wie in diesem Jahr. Auch Kuhn vermutet «eindeutig», dass die Ursache bei den Neubauten liegt.

Kanton weist Schuld von Neubauten

In einem Schreiben fordern die Betroffenen, dass die Stadt etwas unternimmt, um die Wassereinbrüche in Zukunft zu verhindern. Die Stadtverwaltung spielt den Ball weiter an den Kanton. Andreas Herold, Abteilungsleiter Grundwasser des Kantons St.Gallen, glaubt nicht, dass das Problem einzig und allein beim Bauboom liegt. «Wir verlangen bei jedem Neubau einen Umströmungsnachweis, der aufzeigt, dass das Wasser schadlos abgeführt wird.»

Es scheint, als müssten die Betroffenen mit dem Wasser leben - schliesslich haben sie auch keine Einsprachen gemacht. Und die Visiere für einen weiteren Neubau stehen bereits.

Laurien Gschwend
Quelle: TVO/red.
veröffentlicht: 18. November 2017 07:23
aktualisiert: 18. November 2017 08:24