Sardona

Massiver Felssturz in der Tektonikarena auf Video festgehalten

15. August 2022, 17:41 Uhr
Beim Piz Dolf ging am Sonntag eine grössere Menge Gestein nieder. Die Sardonahütte und Menschen waren vom Vorfall nicht betroffen. Die Sardonahütte ist vorübergehend allerdings nur über einen alten Weg erreichbar. Warum es zum Felssturz gekommen ist, ist noch nicht bekannt.

Quelle: CH Media Video Unit / Robin Luijten

«Gravitative Naturereignisse wie Steinschläge, Felsstürze und Rutschungen häufen sich in diesem Sommer mit Rekordtemperaturen vielerorts in den Alpen», schreibt die IG Unesco-Welterbe der Tektonikarena Sardona. In höheren Lagen könnte ein solcher Felssturz auf das Auftauen des Permafrosts und das Abschmelzen der Gletscher zurückzuführen sein. In der Tektonikarena gestalte sich die Ursachenforschung allerdings wesentlich schwieriger.

Auch der warme Sommer könnte der Grund sein

Da das Gestein Brüche aufweisen kann, bildet es die Vorlage für Instabilitäten. Aber auch plötzliche Naturereignisse wie Starkregen, Erdbeben, Änderung des Wasserlaufes und schlicht der Einfluss des Menschen könnten für solche Vorkommnisse verantwortlich sein. «Ob und wie auch der warme Sommer oder der Klimawandel beim vorliegenden Ereignis eine Rolle gespielt haben, ist selbst unter Fachleuten umstritten und wird kontrovers diskutiert», schreiben die Mitglieder der Interessengemeinschaft in einer Mitteilung.

Der Bevölkerung zugänglich machen

Die weltweite Einzigartigkeit des Naturerbes zeigt sich auch in einer spannenden Forschungsgeschichte und in der anhaltenden Bedeutung für die geologische Forschung. Das Management der Tektonikarena Sardona hat sich zum Ziel gesetzt, aktuelle Naturereignisse und damit verbundene Prozesse genauso wie Forschungsarbeiten mit Bezug zum Welterbe Sardona der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen.

Forscher arbeiten seit 200 Jahren

Das Verständnis von solchen Ereignissen wie Felsstürzen und Überschwemmungen und der mögliche Zusammenhang zum Klimawandel mit Auswirkungen auf unseren Alpenraum sind wichtige Elemente der Tektonikarena Sardona und zeigen unter anderem den Abtrag des Gebirges, welcher wie in diesen Beispielen auch plötzlich und schnell erfolgen kann. Die Wissenschaftler führen mit ihren Forschungsarbeiten eine lange Tradition geologischer Forschungsarbeiten im und um die Tektonikarena Sardona weiter, welche bereits seit über 200 Jahren andauert.

Was ist die Tektonikarena Sardona?

Das UNESCO-Weltnaturerbe Tektonikarena Sardona im Grenzgebiet der drei Kantone St. Gallen, Glarus und Graubünden wurde im Jahr 2008 auf die Welterbeliste der UNESCO gesetzt. Nirgendwo sonst auf der Erde sind die Phänomene der Gebirgsbildung in einer ursprünglichen und vielfältigen Berglandschaft derart deutlich sichtbar.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. August 2022 17:41
aktualisiert: 15. August 2022 17:41
Anzeige