Anzeige
Biodiversität

Migros erhält Auszeichnung für naturnahe Arealgestaltung

11. Juni 2021, 16:45 Uhr
Die Migros Betriebszentrale in Gossau erhält ein weiteres Mal die Auszeichnung für naturnahe Betriebsgestaltung von der Stiftung Natur & Wirtschaft. Auf dem begrünten Dach forschen jetzt sogar Wissenschaftler aus Genf.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: FM1Today

Die Migros Betriebszentrale in Gossau ist bereits zum vierten Mal ausgezeichnet worden. Die Stiftung Natur & Wirtschaft zertifiziert Unternehmen, die einen gewissen Anteil ihrer Betriebsfläche naturnah gestalten. Dafür müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. So dürfen zum Beispiel nur einheimische Pflanzen eingesetzt werden und auch der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden ist strikt verboten. Damit sollen Industriezonen effizienter genutzt und die Biodiversität gefördert werden.

Das grosse Krabbeln auf dem Dach

Auf einer Fläche von 30'000 Quadratmetern hat die Migros in Gossau verschiedene Bäume, Blumenwiesen, Steingärten und Teiche angelegt. «Auf den Dachanlagen finden sich hauptsächlich Insekten. Alles andere wird von Vögeln aufs Dach getragen. Manchmal lassen sie zum Beispiel Samen von Bäumen auf das Dach fallen. Wenn diese dann wachsen, müssen wir sie wieder ausreissen, da diese den anderen Pflanzen schaden können», sagt Roland Huber, Leiter des Hausdienstes.

Nicht alle Pflanzenarten sind aber schädlich, mache vertragen sich sehr gut. Ursprünglich hat man 22 Pflanzenarten auf dem Dach gepflanzt. Mittlerweile seien es etwa 60 verschiedene. Auch Tiere sind verschiedene anzutreffen. Neben Bienen und Ameisen zieht die Dachanlage vor allem Libellen an. «Libellen fühlen sich hier sehr wohl. Einmal hatten wir sogar einen Frosch hier oben. Ich vermute, dass auch der von einem Vogel hier hoch gebracht wurde.»

Eine Dachanlage ist auch mit einem Bienenstock ausgestattet, doch den Bienen geht es gerade nicht besonders gut. «Normalerweise haben wir acht bis zwölf Bienenvölker. Zurzeit sind es nur vier. Das liegt daran, dass es im letzten Sommer zu trocken war», so Huber.

Forscher untersuchen die Teiche

Zurzeit befindet sich sogar ein Forschungsteam aus Genf auf dem Dach der Migros. Es untersucht die diversen künstlichen Teiche, die die Migros auf den Dächern angelegt hat. Diese sind besonders wichtig, sagt Marine Decrey von der Hochschule für Landschaft, Ingenieurwesen und Architektur (HEPIA) in Genf: «Solche künstlichen Teiche bieten nicht nur Lebensraum für Insekten, sondern können auch sehr viel Kohlendioxid speichern. Sie können darin sogar effektiver sein als manche Wälder.» Die Forscher wollen nun herausfinden, inwiefern diese Teiche zur Verringerung der CO2-Emissionen beitragen können.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 14. Juni 2021 06:12
aktualisiert: 11. Juni 2021 16:45