Verkehrssicherheit

Neues Messsystem: Kantonspolizei St.Gallen rückt Abstandssündern auf die Pelle

27. Oktober 2022, 19:47 Uhr
Zu geringer Abstand bei hoher Geschwindigkeit hat schon zu vielen Unfällen auf den St.Galler Autobahnen geführt – auch zu tödlichen. Dagegen will die Kantonspolizei St.Gallen nun vorgehen. Auf Ende Jahr hin führt sie ein neues Messsystem ein, welches den Mindesabstand kontrolliert.

Quelle: TVO

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Zu nah, zu schnell, zu gefährlich – geringer Abstand beim Autofahren kann fatale Folgen haben. Auf den St.Galler Autobahnen und Autostrassen kommt es jährlich zu 100 polizeilich registrierten Auffahrunfällen. Bei rund der Hälfte davon wurden Personen verletzt. Um die Abstände besser kontrollieren zu können, setzt die Kantonspolizei St.Gallen auf ein neues Messsystem, welches Ende Jahr eingeführt werden soll, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Das neue System mit dem Namen «Verkehrs-Kontroll-System» (VKS) ist laut Mitteilung in der Lage, den Abstand zwischen zwei Fahrzeugen sowie deren Geschwindigkeit zu messen. Das VKS misst mit mehreren speziellen Kameras den Abstand zwischen den Vorderachsen von zwei hintereinanderfahrenden Fahrzeugen und zeichnet diese Messungen auf. Messungen, bei denen die Abstandsregeln krass missachtet werden, zeigt das System den Mitarbeitenden der Verkehrspolizei vor Ort zur Überprüfung an. Die registrierten Verstösse werden direkt im Messfahrzeug manuell verifiziert und bestätigt.

Die Kantonspolizei St.Gallen bringt die Abstandsünder dann bei der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen zur Anzeige, welche das Strafmass festlegt. Zudem gehe eine Kopie der Anzeige an das Strassenverkehrsamt des Wohnkantons. Dieses prüft allfällige Massnahmen, wie beispielsweise einen Führerausweisentzug.

Mehr Sicherheit auf den Schnellstrassen

Die Kantonspolizei St.Gallen erhofft sich durch das System eine Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Autobahnen und Autostrassen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Bisher konnte der Abstand nämlich nur punktuell im Rahmen von zivilen Patrouillenfahrten festgestellt und geahndet werden. Das neue System erlaubt die Überwachung eines Streckenabschnitts über einen längeren Zeitraum und erfasst den gesamten Verkehr, der die Kontrollstelle passiert.

Polizei zahlt, verdient aber nichts

Die Anschaffung des Systems kostet die Kantospolizei St.Gallen etwas mehr als 200'000 Franken. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten von 30'000 Franken. Betrieben wird das System von der Verkehrspolizei mit dem bestehenden Personalbestand. Da in solchen Fällen eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft erfolgt, erwirtschaftet die Kantonspolizei St.Gallen mit dem Verkehrs-Kontroll-System keine Einnahmen.

(red.)

Quelle: Kapo SG
veröffentlicht: 27. Oktober 2022 19:47
aktualisiert: 27. Oktober 2022 19:47