Kantonspolizei St.Gallen

Skurrile Rettungseinsätze: «Wir hatten auch mal einen Hund, der allein Zug gefahren ist»

28. Mai 2022, 11:47 Uhr
Die Kantonspolizei St.Gallen hat eine tierisch anstrengende Woche hinter sich – wortwörtlich. Neben einem verirrten Biber musste die Polizei auch eine Entenfamilie retten. Doch diese Fälle sind bei weitem nicht das Skurrilste.
Ein Hund reiste alleine im Zug mehrere Stationen weit. (Symbolbild)
© Keystone

Am Donnerstagmorgen tauchte in Diepoldsau, mitten im Dorf, ein Biber auf. Die Kantonspolizei St.Gallen und die Wildhüter konnten das Tier retten und es in sein natürliches Habitat zurückbringen. Anfangs Woche rettete die Polizei in Rorschach eine Entenfamilie, welche auf einem Dach einer Tiefgarage festsass.

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Quelle: FM1Today/Marija Lepir

Hunde und Katzen am häufigsten in Not

Diese Fälle sind zwar selten, aber keine Einzelfälle, wie Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, gegenüber FM1Today erklärt. Die Kantonspolizei rücke öfters wegen Tierrettungen aus. Am häufigsten seien laut Schneider Hunde und Katzen betroffen. Bei Katzen sei es «die traurige Realität», dass vor allem im Strassenverkehr meist jede Hilfe zu spät komme.

Anders sieht es bei den Hunden aus. Diese entlaufen ihren Herrchen und Frauchen ab und an. «Sie wären überrascht, wie weit die kommen», sagt Schneider und lacht. Dass ein Hund mal fünf Dörfer weit ziehe, sei keine Seltenheit. «Wir hatten auch mal einen Hund, der allein Zug gefahren ist.» Glücklicherweise seien fast alle Hunde gechipt, was die Suche nach dem Halter vereinfache. Auch Vögel haben es oft mit der Polizei zu tun. So müssen Polizisten regelmässig verirrte Enten zurückbringen. Auch Schwänen musste schon der Weg zum See gezeigt werden.

Polizisten als Cowboys

Ebenfalls schon lustige Polizeieinsätze ausgelöst haben Nutztiere. So sei es schon vorgekommen, dass Polizisten ganze Herden von ausgebüxten Kühen wieder zusammentreiben mussten. Das sei laut Schneider nicht immer einfach: «Ein Patrouillenfahrzeug ist nicht unbedingt für diese Aufgabe ausgerüstet, da braucht es Kreativität.». So wurde ein Rind einmal an eine Bushaltestelle gebunden, bis der Bauer es abholen konnte – natürlich mit Polizeischutz.

Auch Exoten können Einsätze zur Folge haben. Als Beispiel nennt Schneider hier Schlangen, aber auch Vogelspinnen, die aus ihren Terrarien ausgebrochen sind. In solchen Fällen braucht die Polizei Hilfe. «Wenn wir uns nicht sicher sind, um was für ein Tier es sich handelt, haben wir ein Team von Spezialisten, auf welches wir zurückgreifen können», erklärt Schneider. Denn die Sicherheit von Mensch und Tier gehe vor. Zum einen könnte es gefährlich für die Polizisten sein, da das Tier beispielsweise giftig sein könnte. Zum anderen benötigen gewisse Tiere eine spezielle Haltung, um zu überleben.

Abschuss letztes Mittel

Doch was, wenn einmal ein Zoo- oder Zirkustier ausbricht? Dann würden laut Schneider Notfallkonzepte eingesetzt werden. Zusammen mit Spezialisten würde die Situation dann analysiert werden. Wenn möglich, werde das Tier betäubt. Ein Abschuss sei die letzte Massnahme. Dies würde aber nur geschehen, wenn die Bevölkerung bedroht wäre.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 28. Mai 2022 11:41
aktualisiert: 28. Mai 2022 11:47
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