So soll der neue Marktplatz aussehen

Dumeni Casaulta, 24. Januar 2019, 12:43 Uhr
Im dritten Anlauf soll es klappen: Nächstes Jahr stimmt die St.Galler Bevölkerung erneut über die Neugestaltung des Marktplatzes ab. Am Donnerstag hat die Stadt das Siegerprojekt des Ideenwettbewerbs präsentiert.

Preisjury und Stadtrat sind überzeugt: Der Beitrag «Vadian» könnte die St.Galler Bevölkerung bei der dritten Abstimmung zur Neugestaltung des Marktplatzes endlich zum Ja-Sagen bewegen. Er stammt von Lorenz Eugster, Landschaftsarchitektur und Städtebau in Zürich, Brassel Architekten in Zürich sowie Flühler Architektur in St.Gallen.

«Grosszügiger Raum»

Das Hauptanliegen der Entwickler: Die ursprüngliche Hauptachse von der Marktgasse in Richtung Metzger- und Goliathgasse stärken und an deren Schnittstelle einen «offenen, grosszügigen und städtischen Raum mit flexiblen Szenarien für vielseitige Nutzungen schaffen». Dieser Punkt deckt sich mit den Anliegen des «Forums Marktplatz»: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich einen attraktiven Stadtraum gewünscht, der Aufenthaltsqualität hat und zur Belebung der Innenstadt beiträgt. «Die Schlichtheit und Einfachheit des Projekts überzeugen. So wird ein grosszügiger Platz ermöglicht», sagt die St.Galler Baudirektorin Maria Pappa (SP) gegenüber FM1Today.

Rondelle muss weg, Calatrava-Halle darf bleiben

Um den gewünschten Platz schaffen zu können, wird die Rondelle aus den 50er-Jahren gemäss den Plänen der Architekten abgebaut. Diese wird ersetzt durch einen wind- und wetterfesten Pavillonbau im nordwestlichen Bereich des Marktplatzes, welcher die Mieterinnen und Mieter der Rondelle sowie des heutigen ständigen Markts aufnehmen kann. «Der modulartige Aufbau des Pavillons kann unterschiedliche Nutzungen ermöglichen», schreibt die Stadt. Gegenüber dem Marktplatz entstehe eine neue Haltestelle für den stadteinwärts fahrenden öV. Stadtauswärts soll die Calatrava-Halle weiterhin als Haltestelle dienen. Parkplätze wird es künftig am Marktplatz keine mehr geben – die Taxis dürfen hingegen bleiben.

Umsetzung nicht vor 2022

Der Wochenmarkt soll in der Marktgasse Platz finden. Auf der Visualisierung ist er bereits zu sehen. «Wegen der Laufkundschaft ist das für die Händler sehr attraktiv», sagt Stadträtin Maria Pappa. Des Weiteren soll es am Marktplatz mehr Bäume geben.

Die Kosten für das Projekt sind noch nicht klar. Sie sollen in den nächsten Monaten ermittelt werden. Klar ist, dass das Projekt mehr als 15 Millionen Franken kosten wird (dazu gehören auch Kosten, die wegen Sanierungsarbeiten sowieso anstehen würden). Damit wird das Stimmvolk das letzte Wort haben. Stadtrat und Stadtparlament entscheiden im zweiten Halbjahr über einen Rahmenkredit. Das Stimmvolk könnte im ersten Halbjahr 2020 über die Vorlage befinden, eine Umsetzung wäre ab 2022 denkbar.

Im Sommer 2018 hatte die Stadt den Ideenwettbewerb ausgeschrieben, 43 Beiträge wurden daraufhin eingereicht. Alle Eingaben sind bis 8. Februar im Waaghaus ausgestellt.

Drittes «Forum Marktplatz»

Nachdem zwei Vorlagen zum neuen Marktplatz in den Jahren 2011 und 2015 vom Volk abgeschmettert wurden, wagte die Stadt mithilfe eines partizipativen Verfahrens einen neuen Versuch. Die Beteiligten wurden in den letzten Monaten in den Planungsprozess eingebunden. Beim dritten «Forum Marktplatz» von heute Donnerstagabend, 24. Januar, haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, den Bericht der Jury zum Siegerprojekt zu kommentieren und dem Stadtrat Anregungen für die Überarbeitung mitzugeben.

Weitere Informationen zum Siegerprojekt «Vadian» und zum partizipativen Prozess findest du hier.

Dumeni Casaulta
Quelle: cas/lag
veröffentlicht: 24. Januar 2019 10:09
aktualisiert: 24. Januar 2019 12:43