Spass trotz Strom-Sparplan

So wird es am Olma-Herbstjahrmarkt aussehen

· Online seit 04.10.2022, 22:19 Uhr
Leuchtanzeigen und bunte Lampen sind am Olma-Herbstjahrmarkt normalerweise gang und gäbe. Mit dem Strom-Sparkurs der Regierung verträgt sich das jedoch nicht. So wird heuer am Jahrmarkt Strom gespart.

Quelle: TVO

Anzeige

Überall blinken Lichter, laute Musik dröhnt aus den Lautsprechern, Fahrgeschäfte sind im Dauerbetrieb. So soll auch in diesem Jahr der Herbstjahrmarkt an der Olma über die Bühne gehen. Es ist nichts davon zu spüren, dass im Moment eine Energiekrise herrscht und eigentlich alle Strom sparen sollten.

Keine Spur von Sparmassnahmen

Die Schausteller sind momentan dabei die Bahnen aufzubauen, damit sie am 13. Oktober wie eh und je loslegen können. Ein Verzicht auf die Lichter ist für die Schausteller keine Option. Peter Hutter, Präsident des Ostschweizer Marktverbandes, meint: «Nein, einen Jahrmarkt ohne Lichter können wir uns schlichtweg nicht vorstellen. Das ist wie ein Lebenselixier, etwas vom Wichtigsten.» Klar ist: Die Schausteller sind im Recht. Trotz Sparappell an die Bevölkerung macht die Stadtpolizei, die den Jahrmarkt organisiert, keine Vorschriften in Sachen Stromverbrauch. Alles ist erlaubt.

Jahrmarkt wird in üblicher Form bewilligt

«Das ist so, weil wir weder eine rechtliche noch eine politische Grundlage haben, den Stromverbrauch an einem Jahrmarkt zu regulieren. Entweder findet er statt oder nicht. Die Bahnen brauchen Strom. Wir regulieren deshalb nicht und bewilligen den Jahrmarkt in der üblichen Form», so Roman Kohler, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen.

Sparen in Eigenregie

Jedem Schausteller ist es also selbst überlassen, ob er Strom sparen möchte oder nicht. In Eigenverantwortung und freiwillig trifft Bahnbetreiber Jean-Marc Jolliet zusätzliche Massnahmen: «Wir werden die Beleuchtung etwas später und dosierter einschalten. Es werden also nicht von Anfang an alle Lichter eingeschaltet sein.»

Auflagen fürs Stromsparen sind in Peter Hutters Augen nicht nötig. Er sagt, die ganze Branche spare ohnehin schon seit Jahren erheblich Energie ein: «Die Beleuchtung besteht fast ausschliesslich aus LED-Lampen. Das sind keine Stromfresser. Viel mehr Strom brauchen etwa Motoren oder Fritteusen. Draussen ist ja schon seit Jahren keine Heizung mehr erlaubt, die Motoren sind allesamt neue Elektromotoren. Und wenn ein Fahrgeschäft nicht läuft, verbraucht es auch keinen Strom.»

Uhren am Olma-Jahrmarkt ticken anders

Die Schausteller sehen bei sich selbst also wenig bis kein Sparpotenzial. Während der Normalverbraucher sparen soll, ticken die Uhren am Olma-Jahrmarkt noch anders. Und das mit gutem Recht: Die Bewilligungen für die Schausteller wurden nämlich ohne entsprechende Auflagen erteilt.

(TVO/red.)

veröffentlicht: 4. Oktober 2022 22:19
aktualisiert: 4. Oktober 2022 22:19
Quelle: TVO

Anzeige