St.Gallen ruft zur Revolution auf

Lara Abderhalden, 26. Mai 2017, 14:41 Uhr
Verein Weihern Festival ruft zu Revolution auf.
© Screenshot Video
Der Veranstalter des St.Galler Weihern-Festivals ruft zur Revolution auf. An den Kragen soll es allen «Bünzlis» gehen. Denn unter deren Diktatur leide die St.Galler Bevölkerung und genau die «Bünzli» seien es, die Veranstaltungen wie das «Weihern unplugged» verhindern würden.

«Auf zur Revolution gegen die Diktatur der Bünzlis und Spiessbürger im Stadtpark zu Sankt Gallen! Wer das verschläft, ist ein Bünzli!», so startet das Manifest des Vereins Weihern Openair Festival. Unter der Leitung von Dario Aemisegger ruft der Verein zu einer Revolution auf. Am 7. Juni sollen sich alle im Stadtpark in St.Gallen versammeln und sich gegen die «Diktatur der Bünzlis» wehren.

«Wir sind gesund wie nie zuvor. Wir sind wohlhabend wie nie zuvor. Wir leben in grösserer Sicherheit als je zuvor. Wir könnten glücklich miteinander leben wie nie zuvor. Aber werden lieber zu Bünzlis und Spiessbürgern und verbittern in sicheren Horten der säuberlich gepflegten Einsamkeit, Arroganz und Ignoranz», heisst es weiter im Manifest welches an die Medien und in den sozialen Medien gestreut wurde.

Clinch mit der Stadt

Dieser Aufruf rund um den Organisator Dario Aemisegger ist vermutlich auf den Clinch zwischen ihm und den Behörden zurückzuführen. Letzte Woche gab Aemisegger bekannt, das Festival aufgrund von Lärmklagen und Auflagen von der Frauenbadi nicht mehr bei den Weihern durchzuführen und stattdessen eine Konzertreihe in der Grabenhalle zu veranstalten.

Dario Aemisegger geht es aber nicht nur um das Weihern Festival, sondern allgemein um die St.Galler Kulturlandschaft, wie er gegenüber dem TVO sagt: «Wenn eine einzige Nase Kirchenglocken verbieten kann, dann leben wir in einer Bünzlistadt.» St.Gallen habe Bünzli-Gesetze, Bünzli-Ämter und Bünzli-Gerichte.

Willkürliche Bewilligungspraxis

Auch der Verein Nachtgallen kann die Entscheide der Stadt nicht immer verstehen wie David Gadze sagt: «Zum Teil gibt es eine willkürliche und konservative Bewilligungspraxis. Für eine offene und lebendige Stadt braucht es Anlässe wie das Weihern Festival.» In anderen Städte seien solche Veranstaltungen ein Standort-Faktor, in St.Gallen oft ein Störfaktor.

Dass die Stadt konservativ mit Bewilligungen umgeht, streitet der Stadtpräsident Thomas Scheitlin ab: «Wir unterstützen jedes Jahr hunderte von Anlässen. Wir tun viel für die St.Galler Kulturlandschaft.»

Was genau die Bevölkerung am 7. Juni im Stadtpark St.Gallen erwartet, darüber ist nicht viel bekannt. «Jetzt schreiben wir Geschichte», heisst es auf der Facebookseite, «jetzt verändern wir unsere Stadt, unser aller Miteinander! Revolution!»

TVO-Beitrag vom 24. Mai 2017:

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Lara Abderhalden
veröffentlicht: 24. Mai 2017 18:38
aktualisiert: 26. Mai 2017 14:41