Protest gegen Lukaschenko

St.Gallerin in Minsk festgenommen

26. September 2020, 13:02 Uhr
Protestmarsch in Belarus: Demonstranten fordern den Rücktritt Lukaschenkos.
© Keystone/EPA/STR
Eine St.Gallerin wurde in Minsk an der Frauendemonstration vergangenen Samstag verhaftet. In einem Video ist Geschrei zu hören – seither fehlt jeder direkte Kontakt.

«Ich bin verhaftet» – das waren die letzten Worte von Natalie Herrsche. Eine gebürtige Weissrussin, die in St.Gallen wohnt und im Rheintal arbeitet. Sie war vergangenes Wochenend in Minsk an einer Frauendemonstration gegen Präsident Lukaschenko. Dabei wurde sie gemäss eigenen Aussagen verhaftet, schreibt das St.Galler Tagblatt.

Auf einem Video, das ihr Freund ein St.Galler Unternehmer aus dem Gefangenenbus erhalten hat, ist Geschrei zu hören. Seither hat der Unternehmer nichts mehr von seiner Freundin gehört. Ihr Name erscheint auf einer Liste einer Menschenrechtsorganisation, die verhaftete Frauen im Internet publiziert.

Der Bruder der Verhafteten weiss, wo die St.Gallerin festgehalten wird. Sie sei wegen Widerstands gegen die Polizei für schuldig befunden worde und müsse 15 Tage im Gefängnis bleiben. Das Eidgenössische Departement für auwärtige Angelegenheiten EDA bestätigt die Verhaftun. Die Schweizer Botschaft stehe in Kontakt mit den lokalen Behörden und der Familie.

Welchen Bedingungen die St.Gallerin ausgesetzt ist, weiss niemand. Der direkte Kontakt mit der Verhafteten fehlte bisher.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. September 2020 13:02
aktualisiert: 26. September 2020 13:02