Stacheldrähte in St.Gallen sollen verschwinden

Praktikant FM1Today, 6. Februar 2019, 10:57 Uhr
Seit Montag sammeln die St.Galler Jäger und die Naturschutzverbände Pro Natura und WWF Unterschriften für die Gesetzesinitative «Stopp dem Tierleid». Damit sollen Stacheldrähte sowie ungenützte Zäune aus der Landschaft verschwinden. Bis am 5. Juli müssen die 6000 Unterschriften beisammen sein.

Es sind verstörende Bilder, die das Initativekomitee «Stopp dem Tierleid» auf ihrer Website zeigt: Rehböcke in Zäunen verheddert und eine vom Stacheldraht verletzte Rehgeiss. Diese Szenarien wollen die St.Galler Jägerschaft, Pro Natura und WWF in Zukunft verhindern. Seit dieser Woche sammeln sie Unterschriften für ihr Anliegen.

In Zäunen verfangen

Jährlich verunglücken über 40 Wildtiere in St.Galler Zäune tödlich. Das sei besorgniserregend, schreiben die Initianten in einer Medienmitteilung. Der Misstand sei seit langem bekannt, nur fühle sich niemand dafür verantwortlich. Die Umweltverbände und die Jägerschaft waren auf freiwilliger Basis aktiv, bevor sie nun zur Gesetzesinitative greifen.

Konkret sollen Stacheldrähte ausnahmslos verboten werden. Mobile Zäune dürfen nur dann unter Strom stehen, wenn sich auch Nutztiere auf der Fläche befinden. Zudem sollen permantente Zäune im Wald nicht mehr erlaubt sein, mit Ausnahmen von forstlichen und ökologischen Einrichtungen. «Wir wollen kein neues Gesetz, aber ein griffigeres, verschärftes, vor allem auch kontrolliertes Gesetz», sagt Christian Meienberger von Pro Natura gegenüber dem «St.Galler Tagblatt».

Ohne den Bauernverband

Damit die Vorgaben eingehalten werden, sehen die Initiaten die kantonale Wildhut als Koordinationsstelle vor. Sie sollen auf eigene Beobachtung, Meldung anderer Behörden oder auf Anzeige Dritter tätig werden. Bestehende Zäune, die im neuen Gesetz verboten wären, müssten innerhalb von vier Jahren zurückgebaut werden. Die Jagdgesellschaften und Umweltverbände würden dabei durch Freiwilligenarbeit mithelfen. Bis am 5. Juli müssen 6000 Unterschriften zusammen kommen, um dies auf dem Kantonsgebiet umzustetzen.

Der St.Galler Bauernverband unterstützt die Gesetzesinitative nicht. Man sei bereits letztes Jahr mit Projekten zur Entfernung gefährlicher Zäune aktiv gewesen, sagt Geschäftsführer Andreas Widmer gegenüber dem «St.Galler Tagblatt».

Praktikant FM1Today
Quelle: lou
veröffentlicht: 6. Februar 2019 10:41
aktualisiert: 6. Februar 2019 10:57