Unter 14 gibt's keine Energy-Drinks mehr

Sandro Zulian, 31. Januar 2019, 13:41 Uhr
Spar verkauft ab dem 1. Februar keine Energy-Drinks mehr an Kinder unter 14 Jahren.
Spar verkauft ab dem 1. Februar keine Energy-Drinks mehr an Kinder unter 14 Jahren.
© PHOTOPRESS/Ennio Leanza
Der Lebensmittelhändler Spar verkauft ab morgen Freitag keine Energy-Drinks mehr an unter 14-Jährige. Damit will das Ostschweizer Unternehmen Kindern gesündere Getränkewahl näher bringen.

«Spar setzt ab 1. Februar 2019 als erster Schweizer Detailhändler mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung ein Zeichen», schreibt Spar. An unter 14-jährige Kinder sollen keine Energy-Drinks mehr verkauft werden.

E-Drinks können Hyperaktivität hervorrufen

Laut Lebensmittelschutzgesetz fielen darunter alle Getränke mit einem erhöhten Koffeingehalt (150mg/l), die mit dem Hinweis «Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen» versehen sind. «Die koffeinhaltigen Energy-Drinks können laut Experten besonders bei Kindern zu Hyperaktivität und Schlafstörungen führen», schreiben die Verantwortlichen weiter. Da Kinder einen hohen Flüssigkeitsbedarf haben, melde sich bei ihnen auch häufiger der Durst als bei Erwachsenen.

Kontrolle wie beim Alkoholkauf

Alle Getränke, die diesen Koffeingehalt überschreiten, will Spar Schweiz in Zukunft nicht mehr an Kinder unter 14 Jahren verkaufen. Auf Anfrage verrät Spar-Mediensprecher Ronald Haug, dass an der Kasse gleich vorgegangen wird, wie beim Alkoholkauf: «Bei diesen Produkten taucht an der Kasse ein Hinweis auf, wonach das Alter des Kunden oder der Kundin kontrolliert werden muss.» Ist die Person unter 14 Jahre alt, kriegt sie keinen Energy-Drink.

Umsatzeinbussen erwartet

Mediensprecher Haug gibt ohne Umschweife zu, dass es wegen dieser neuen Regelung auch zu Umsatzeinbussen kommen könnte: «Wenn ein Kind tatsächlich nur einen Energy-Drink kaufen will, dann würden wir ihm diesen nicht verkaufen.» Man hoffe allerdings, dass es im Spar selber genug Alternativen gebe, namentlich Fruchtsäfte oder andere, weitaus gesündere Getränke für Kinder. Spar hoffe, dass Kinder unter 14 Jahren somit auf eine Alternative ausweichen, sagt Haug.

Migros nimmt Eltern in die Pflicht

Bei der Migros ist eine ähnliche Regelung wie die von Spar nicht angedacht: «Wir planen aktuell nicht, eine Altersbegrenzung einzuführen. Der Verkauf von Energy-Drinks ist in der Schweiz ohne Einschränkung gestattet, das heisst, diese Produkte dürfen auch an Kinder und Jugendliche verkauft werden.» Die Verantwortung dafür, was Kinder und Jugendliche kaufen und wie viel sie konsumieren, liege grundsätzlich bei den Eltern.

Lidl und Aldi planen kein Verbot

Bei Aldi Suisse gilt die gleiche Regelung: «Derzeit ist keine Altersbeschränkung für den Verkauf von Energydrinks bei Aldi Suisse geplant. Wir halten uns stets an die geltenden gesetzlichen Vorgaben», schreibt Mediensprecher Philippe Vetterli auf Anfrage von FM1Today.

Und auch Lidl bläst ins selbe Horn, gibt aber zu Bedenken, dass sie schon länger Tabak und Alkohol ausschliesslich an Erwachsene verkauft: «Wir nehmen die Regelungen bezüglich Alterseinschränkungen sehr ernst und halten uns deswegen strikt an die gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien. Da uns der Jugendschutz ein wichtiges Anliegen ist, gehen wir in diesem Bereich sogar über diese Gesetze hinaus und bieten Tabakwaren sowie jegliche alkoholische Getränke (inkl. Bier und Wein) erst ab 18 Jahren an».

Auch in Bezug auf Energydrinks beobachte Lidl Markt ständig und verfolgen neue Entwicklungen mit grossem Interesse.

Ähnlich nimmt auch Volg Stellung: «Volg hält sich an die gesetzlichen Vorgaben, wonach bei Getränken mit erhöhtem Koffeingehalt deklariert werden muss, dass die Konsumation für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen ist», schreibt Mediensprecherin Tamara Scheibli. Daher gebe es bei Volg ebenso keine Altersbeschränkung beim Verkauf von Energy-Drinks.

Coop setzt auf Jugendschutz - aber ohne Verbot

Der zweite grosse Player im Schweizer Detailhandel, Coop, plant ebenfalls kein Verbot, verweist aber auf den Jugendschutz: «Deswegen haben wir in der Vergangenheit freiwillige Jugendschutzmassnahmen umgesetzt. Bei Getränken mit erhöhtem Koffeingehalt setzen wir auf Information und Eigenverantwortung. Ein Verkaufsverbot an unter 14-Jährige ist bei uns nicht geplant», schreibt Mediensprecher Urs Meier.

(red.)

Sandro Zulian
veröffentlicht: 31. Januar 2019 12:15
aktualisiert: 31. Januar 2019 13:41