Wildhaus

Verletzter Forscher zwei Tage in Höhle eingesperrt – mittels Sprengung befreit

21. Juli 2022, 16:49 Uhr
In der Nähe der Zwinglipasshütte war ein Höhlenforscher zwei Tage in einer Höhle gefangen. Weil er von einem Stein am Bein verletzt wurde, konnte er sich nicht selbstständig befreien. Bei der sehr aufwendigen und langen Rettungsaktion kam auch Sprengstoff zum Einsatz.
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Quelle: FM1Today/Jessica Kappeler

In Wildhaus bei der Zwinglipasshütte war ein Höhlenforscher zwei Tage lang in einer Höhle eingeschlossen. Dies teilt die Kantonspolizei St.Gallen am Donnerstag mit. Der Mann und zwei weitere Forschende steigen am Montagvormittag in eine Höhle auf 2000 Metern über Meer ein. Sie wollten die Höhle erforschen und neue Verzweigungen erkunden, wie Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St.Gallen erklärt.

Kurz nach 16 Uhr erhielt dann die Kantonspolizei die Unfallmeldung, dass einer der Höhlenforscher in der Höhle, Nähe Altmann, in einer Tiefe von circa 50 Metern von einem Stein getroffen wurde. Dadurch zog sich der 40-jährige Mann Beinverletzungen zu und konnte sich nicht mehr selbst befreien.

Kollege blieb bei ihm

Während ein Kollege bei ihm in der Tiefe von rund 50 Metern verblieb, alarmierte eine weitere Kollegin die Rega, heisst es in der Mitteilung weiter. In mehreren Helikopterrotationen wurden Retter und Material auf den Berg geflogen. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich aufgrund der engen Platzverhältnisse schwierig. «Die Höhle ist teilweise so eng, dass man sich durchquetschen muss», erklärt Krüsi. Um den Verletzten bergen zu können, musste vorgängig mehrmals Felsmaterial abgesprengt werden.

Nach zwei Tagen und Nächten konnte der Verletzte schliesslich am späten Mittwochnachmittag von den Höhlenrettern des Speleo-Secours (Höhlenrettung Schweiz) mit einer Spezialtrage aus der Höhle geborgen werden. Er wurde stets von medizinischen Fachpersonen der Höhlenrettung betreut. Anschliessend wurde er mit der Rega ins Spital geflogen.

Auch Retter verletzt

Bei der Bergung wurde zudem laut Kantonspolizei St.Gallen einer der Retter verletzt. Er wurde am Mittwochnachmittag ebenfalls durch einen herabfallenden Stein an der Hand verletzt und konnte die Höhle nicht mehr selbstständig verlassen. Auch ihn flog die Rega anschliessend ins Spital.

An der Bergungsaktion beteiligten sich rund 30 Spezialisten des Speleo-Secours Schweiz. Nebst der Rega, standen ein Polizeihelikopter und zivile Helikopter, Höhlenretter des Speleo-Secours Schweiz, medizinisches Personal und die alpine Rettung Schweiz im Einsatz. Der Unfallhergang wird durch Spezialisten der Alpinen Einsatzgruppe der Kantonspolizei St.Gallen vor Ort untersucht.

(mma)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. Juli 2022 20:39
aktualisiert: 21. Juli 2022 16:49
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