Ständerat St.Gallen

«War klar, dass ich Rechsteiner nicht in Pension schicken kann»

18. November 2019, 08:07 Uhr
Im Kanton St.Gallen ist bei den Ständeratswahlen eine Überraschung ausgeblieben: Die Bisherigen Benedikt Würth (CVP) und Paul Rechsteiner (SP) wurden im zweiten Wahlgang wiedergewählt. Die SVP scheiterte erneut mit Nationalrat Roland Rino Büchel.

Damit schickt der Kanton St.Gallen wie in den letzten beiden Legislaturen Paul Rechsteiner ins Stöckli. Für den SP-Kandidaten sind zweite Wahlgänge nichts Neues: Bereits bei seiner überraschenden Wahl 2011 und bei seiner Wiederwahl 2015 setzte er sich jeweils im zweiten Anlauf durch.

Würth: «Bestätigung meiner politischen Arbeit»

Kaum Sorgen um die Wiederwahl musste sich CVP-Regierungsrat Benedikt Würth machen. Trotzdem blickt er auf ein intensives Wahljahr zurück: «Ich habe in diesem Jahr vier Wahlgänge hinter mich gebracht. Diese Zeit war sehr anstrengend. Die jetzige Wiederwahl sehe ich als Bestätigung meiner gesamten politischen Arbeit.»

Erst im vergangenen Mai war Benedikt Würth bei der Ersatzwahl für Karin Keller-Sutter (FDP) in den Ständerat gewählt worden. Im ersten Wahlgang verpasste er das absolute Mehr nur um 501 Stimmen. Ein Ergebnis, auf welchem sich der CVP-Mann nicht ausruhen wollte: «Der erste Wahlgang war ein gutes Polster. Trotzdem habe ich mich auf beide Szenarien vorbereitet. Ich bin aber zuversichtlich in den heutigen Wahltag gestartet.»

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Quelle: TVO

SVP-Mann Roland Rino Büchel sieht sich nicht als Verlierer

Im zweiten Wahlgang, bei dem nur noch drei Kandidaten antraten, erhielt Würth 77'893 Stimmen, gefolgt von Paul Rechsteiner mit 62'750 Stimmen. Dieser sieht das Ergebnis vor allem als Sieg für das soziale St.Gallen: «Wir haben von Anfang an auf Sieg gespielt. Mich haben die Leute unterstützt, die nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren sind. Es war eine grossartige Bewegung.»

Weniger Begeisterung gibt es auf der Seite der Bürgerlichen. Die SVP konnte mit Roland Rino Büchel keinen Sitz im Stöckli ergattern (45'904 Stimmen). Trotzdem sei er über das Ergebnis nicht enttäuscht: «Mir war klar, dass es nicht dafür reichen wird, Paul Rechsteiner in Pension zu schicken. Ich bin und war schon mein Leben lang ein Realist. Sollte Paul Rechsteiner aber in zwei oder vier Jahren zurücktreten, werden die Bürgerlichen den Sitz mit Sicherheit wieder angreifen.»

Die Wahlbeteiligung lag bei 36,1 Prozent. Neben den drei Ständeratskandidaten gingen 1349 Stimmen an Vereinzelte.

Regierung: Hartmann soll auf Würth folgen

Die St.Galler CVP hat am Sonntag, kurz nach der Wahl Würths, bereits die Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann für den St.Galler Regierungsrat vorgeschlagen. Würth war bisher Finanzchef des Kantons. 

«Da nun feststeht, dass er Ende Mai 2020 aus der Regierung ausscheiden wird, schlägt die Parteileitung zuhanden der Delegiertenversammlung vom kommenden Freitag die Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann als Kandidatin der CVP für den freiwerdenden Sitz in der Regierung vor», heisst es in der Mitteilung vom Sonntag.

Die siebenköpfige St. Galler Regierung setzt sich derzeit aus je zwei Mitgliedern von SP, FDP und CVP sowie einem SVP-Vertreter zusammen. Am 8. März 2020 werden die Regierung und der Kantonsrat neu gewählt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 17. November 2019 13:55
aktualisiert: 18. November 2019 08:07