Anzeige
Ostschweiz

Weniger Anfragen für Weihnachtsessen: Steigende Coronazahlen verunsichern Firmen

26. November 2021, 09:28 Uhr
Die Coronazahlen steigen und somit auch die Unsicherheit vereinzelter Firmen und Vereine: Ist es wirklich gescheit, ein Weihnachtsessen durchzuführen? Das Ganze zum Frust der Beizerinnen und Beizer – diese verlieren wichtige Kundschaft.
Ostschweizer Firmen halten ihre Weihnachtsessen im kleinen Rahmen oder gar nicht ab. (Symbolbild)
© gettyimages

Ganz absagen, das will noch (fast) niemand. Aber unsicher, das sind die meisten Firmen und Vereine, wenn es um das Weihnachtsessen geht. «Bis letzte Woche hatten wir viele Buchungen und Anfragen für Weihnachtsessen», sagt Flavia Bodmer, Event- und Marketingverantwortliche sowie Mitglied der Geschäftsleitung der «Focacceria» in St.Gallen. Die Absagen halten sich momentan zwar noch in Grenzen, doch die «Focacceria» spürt die Zurückhaltung, vor allem bei grösseren Gruppen. «Durch die steigenden Fallzahlen hatten wir die eine oder andere Absage. Die Verunsicherung ist da.» Weiter sagt Bodmer, dass sie darauf hoffen würden, dass alle Weihnachtsessen wie geplant durchgeführt werden können. «Als Alternative können wir den Firmen unsere Geschenkboxen anbieten.»

Zweites Standbein mit Catering

Ähnlich ergeht es Bernadette Wirth von «Wirth serviert» in Weinfelden. Gemeinsam mit dem Hochgut Bürchi führt das Gastrounternehmen über die Wintertage die Fondue-Schüür in Weinfelden. «Wir haben deutlich weniger Anfragen für Weihnachtsessen», sagt sie. Ohne das Zertifikat wäre die Fondue-Schüür voll, wie Wirth meint. «Wir haben zum Glück ein zweites Standbein und bieten Catering an – wir liefern das Essen einfach nach Hause oder in die Firmen.»

An die kurzfristigen Absagen seien sie gewöhnt, sagt Wirth weiter. «Der Aufwand ist grösser, wenn ganze Gruppen absagen oder einfach nicht kommen. Viele warten jetzt auf den Frühling, dass auch die Ungeimpften beim Essen dabei sein können und die Terrassen wieder offen sind.»

«Hoffen, dass wir mit blauem Auge davonkommen»

Die Firma Stadler Rail in Bussnang plant bereits einen Ersatzanlass für das traditionelle Weihnachtsessen – zum Beispiel in Form eines Frühlingsfests – für ihre Mitarbeitenden. «Aufgrund der aktuellen Pandemie-Lage hat Stadler entschieden, in diesem Jahr kein Weihnachtsessen zu veranstalten», heisst es auf Anfrage. Bei der Heerbrugger Firma SFS obliegt die Organisation eines Weihnachtsessen der jeweiligen Abteilung. «Bei uns gibt es nicht ein Weihnachtsessen. Dafür haben wir zu viele Mitarbeitende.» Einige hätten ihr Weihnachtsessen bereits gehabt, bei anderen Abteilungen steht es noch an. «Es wird individuell beurteilt, ob ein Weihnachtsessen vor dem Hintergrund der Infektionszahlen, des geplanten Programms und der Arbeitssituation vertretbar ist – oder verschoben wird.»

Walter Tobler, Präsident von Gastro St.Gallen, sagt: «Seit Anfang dieser Woche erhalten die Gastronomiebetriebe vermehrt Absagen von Firmen. Wahrscheinlich haben sie Angst vor den steigenden Coronazahlen.» Tobler kann nicht sagen, ob auch Familienessen gestrichen werden, es sei jedoch so, dass vor allem die grösseren Weihnachtsessen storniert werden – die kleineren nicht. Dass es für die Gastronomiebranche wieder strengere Massnahmen geben könnte, besorgt Tobler. Er tue sich schwer mit dem Gedanken, dass die Restaurants wieder schliessen müssen. «Wir hoffen, dass die 3-G-Regel bestehen bleibt und wir mit einem blauen Auge davonkommen.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. November 2021 06:46
aktualisiert: 26. November 2021 09:28