Zwei Millionen veruntreut: 59-Jähriger verurteilt

Laurien Gschwend, 20. März 2019, 18:57 Uhr
Das Kreisgericht entschied sich für ein höheres Strafmass als von der Verteidigung verlangt.
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Das Kreisgericht St.Gallen hat einen Finanzbuchhalter zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 33 Monaten verurteilt. Der 59-jährige Schweizer hatte bei seiner Arbeitgeberin über zwei Millionen Franken veruntreut, um diese unter anderem im Bordell auszugeben.

Der Beschuldigte war an der Verhandlung am Mittwoch geständig und wurde wegen Veruntreuung, mehrfachen Diebstahls, gewerbsmässigen Betrugs und Urkundenfälschung verurteilt. Ein Jahr der teilbedingten Freiheitsstrafe von 33 Monaten muss es im Gefängnis verbringen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

659 Zahlungen

Als Finanzbuchhalter und stellvertretender Controller eines St.Galler Unternehmers soll der Beschuldigte zwischen April 2001 und März 2018 mindestens 659 Zahlungen in der Gesamthöhe von 2'044'751 Franken auf sein eigenes Konto überwiesen haben. Er erfand einen fiktiven Kreditor und bereicherte sich jeweils, nachdem seine Vorgesetzte die übrigen Zahlungsvorgänge bereits kontrolliert hatte. Erst rund 17 Jahre nach der ersten Überweisung flog er auf, nachdem einem Arbeitskollegen Unregelmässigkeiten aufgefallen waren.

Höheres Strafmass

Während der Verteidiger vor Gericht sagte, sein Mandant sei grosszügig und unterstütze Familie und Freunde finanziell, meinte die Staatsanwältin, dass der Mann auch viel Geld im Casino verspielt und in Bordellen ausgegeben habe. Der Verteidiger verlangte 26 Monate – der Richter begründete das höhere Strafmass von 33 Monaten damit, dass das Verschulden schwer wiege, da sich die Delikte über einen langen Zeitraum erstreckten.

Laurien Gschwend
Quelle: SDA/red.
veröffentlicht: 20. März 2019 18:46
aktualisiert: 20. März 2019 18:57