Teenager wegen Mordes vor Gericht

Krisztina Scherrer, 18. September 2018, 10:26 Uhr
Der Mann hat seine Frau beim Streit leicht verletzt.
Der Mann hat seine Frau beim Streit leicht verletzt.
© zVg
Ein heute 15-Jähriger soll vergangenes Jahr in seinem Elternhaus in Götzis seinen Vater mit einem Messer getötet und seine Mutter schwer verletzt haben. Am Mittwoch muss sich der Jugendliche vor Gericht wegen Mordes und versuchten Mordes verantworten.

Ein Jugendlicher soll Ende September 2017 auf seinen schlafenden Vater losgegangen sein und ihm mit einem 20 Zentimeter langen Küchenmesser drei Stiche in den Bauch versetzt haben. Als die Mutter versuchte, ihren Sohn vom Vater wegzuziehen, wurde auch sie attackiert. Der 51-jährige Vater starb wegen des enormen Blutverlustes im Spital. Die 52-jährige Mutter wurde mit drei Stichen in den Rücken schwer verletzt.

Sich selber in Hals geschnitten

Das Motiv des Jugendlichen ist unklar, laut der Polizei ist der Messerattacke kein Streit vorausgegangen. Probleme innerhalb der Familie seien nicht bekannt. Nach der Tat schnitt sich der Jugendliche in den Hals. Seine Verletzungen waren allerdings nicht schwer.

Zwei psychiatrische Gutachten

Wenige Tage nach der Tat wurde der Jugendliche in das Landeskrankenhaus Rankweil eingeliefert. Dort sollte ein psychiatrisches Gutachten über den Gesundheitszustand des damals 14-Jährigen erstellt werden. Insgesamt lägen zwei psychiatrische Gutachten vor, heisst es seitens des Landesgerichts. Die Staatsanwaltschaft hat sich für eine Anklage wegen Mordes und versuchten Mordes entschieden.

Höchststrafe von zehn Jahren

Normalerweise tagt bei Mord in Österreich das Schwurgericht. Nicht so in diesem Fall. Dies, da der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt erst 14 Jahre alt war. In diesem Fall droht für Mord nicht lebenslang, sondern laut Jugendgerichtsgesetz eine Verurteilung zu maximal zehn Jahren Haft.

Krisztina Scherrer
Quelle: SDA/sk
veröffentlicht: 18. September 2018 05:50
aktualisiert: 18. September 2018 10:26