Schiffsmotoren

135 neue Arbeitsplätze: Wärtsilä zügelt nach Frauenfeld

Thomas Griesser Kym, 17. Februar 2020, 13:15 Uhr
Wärtsilä rüstet unter anderem Öltanker wie diesen mit Schiffsmotoren aus.
© pd
Der finnische Schiffsmotorenbauer Wärtsilä verlegt seinen Schweizer Forschungs- und Entwicklungsstandort von Winterthur nach Frauenfeld. Damit verbunden ist der Umzug von 135 Arbeitsplätzen.

Im Bau von Dieselmotoren für Hochseeschiffe, darunter die weltgrössten Frachter, ist Wärtsilä auf dem Weltmarkt die Nummer zwei hinter dem Branchenprimus, der deutschen MAN Diesel & Turbo. Seit 1997 ist Wärtsilä auch in der Schweiz aktiv. Damals übernahmen die Finnen die Kontrolle über die Dieselsparte des Sulzer-Konzerns. 

Inzwischen betreibt die Wärtsilä Services Switzerland AG nur noch Forschung, Entwicklung und Service. Dies, nachdem das Geschäft mit 2-Takt-Schiffsdieselmotoren in die Winterthur Gas & Diesel (WinGD) ausgelagert worden war. Diese gehört seit 2014 der China State Shipbuilding Corporation (CSSC), dem grössten chinesischen Schiffsbauer.  Mit WinGD unterhält Wärtsilä einen Wartungsvertrag.

Umzug nach Frauenfeld per 1. Juli

Nun steht Wärtsilä in Winterthur vor dem Abzug, wie «Der Landbote» berichtet. Demnach will das finnische Unternehmen seinen Standort an der Zürcherstrasse aufgeben und per 1. Juli an die Schlossmühlestrasse in Frauenfeld zügeln. Die Belegschaft soll vergangenen Freitag informiert worden sein. Dem «Landboten» sagte Ole Pyndt Hansen, der dänische Chef des Schweizer Geschäfts, Wärtsilä habe seit einigen Jahren einen neuen Standort gesucht. Frauenfeld sei attraktiv und in der Nähe.

Eine Bestätigung von Wärtsilä steht noch aus. Eine Mitarbeiterin, die das Telefon sowohl für Wärtsilä als auch für WinGD hütet, sagt, Fragen müssten per E-Mail an die finnische Konzernzentrale gerichtet werden. Eine Antwort steht noch aus. Auch bei der Gewerkschaft Unia muss man sich erst schlau machen. 

Stabiler Umsatz, Einbruch des Gewinns

Der Wärtsilä-Konzern, der auch im Energiesektor tätig ist, hat vergangenes Jahr mit 19'100 Mitarbeitenden 5,2 Milliarden Euro umgesetzt, geringfügig weniger als im Vorjahr. Ds Betriebsergebnis, in den Vorjahren stets deutlich über einer halben Milliarde Euro, brach auf 362 Millionen ein.

Thomas Griesser Kym
Quelle: tagblatt.ch
veröffentlicht: 17. Februar 2020 13:14
aktualisiert: 17. Februar 2020 13:15