Thurgau

239 km/h in 80er-Zone: «Krassester Fall von Raserei»

19. Dezember 2019, 10:07 Uhr
Verletzt wurde beim Raserausflug niemand. (Symbolbild)
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Sie waren mit einem gemieteten Sportwagen fast dreimal so schnell unterwegs wie erlaubt: Zwei Schweizer im Alter von 20 und 21 Jahren mussten sich diese Woche vor dem Bezirksgericht Weinfelden verantworten.

Es sollte eine schöne Spritzfahrt am Geburtstag werden. Der heute 21-jährige Hauptangeklagte hatte im Frühling 2017 einen Sportwagen mit fast 500 PS gemietet, um gemeinsam mit einem heute 20-jährigen Freund durch den Thurgau zu rasen.

Am Dienstag standen die beiden Schweizer aus der Region Wil vor dem Bezirksgericht Weinfelden. «Das ist der krasseste Fall von Raserei, den wir je am Bezirksgericht Weinfelden zu beurteilen hatten», wird der vorsitzende Richter von der «Thurgauer Zeitung» zitiert.

Tempo massiv überschritten 

Es waren tatsächlich massiv überhöhte Geschwindigkeiten, mit denen die beiden jungen Männer erwischt wurden. Über die Kantonsstrasse von Lommis nach Affeltrangen (hier wären 80 Stundenkilometer erlaubt) blochten sie mit 239 Kilometern pro Stunde. Auf weiteren Fahrten im Ausserortsbereich waren sie jeweils mit 197, 187 und 159 Stundenkilometern unterwegs, auf der Oberen Bahnhofstrasse in Wil mit über 100 Stundenkilometern.

«Es ist es nicht wert»

Der Bolide sei schon immer sein Traumauto gewesen, sagt der Hauptangeklagte vor Gericht. Es sei ihm und die Beschleunigung und nicht ums Rasen gegangen. Heute wisse er: «Die Gefahr, die man eingeht, ist einfach zu gross. Es ist es nicht wert.»

Im abgekürzten Verfahren hatten sich die Verteidiger und die Staatsanwaltschaft Frauenfeld auf eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren wegen mehrfacher qualifizierter grober Verkehrsregelverletzung für den Hauptangeklagten und auf eine bedingte Geldstrafe für seinen Freund geeinigt. Das Gericht weist die Anklageschrift aber einstimmig zurück. «Wenn das mit einer bedingten Freiheitsstrafe durchgeht, wird das Strafrecht zur Farce; auch der Rechtsstaat», sagt der Richter laut «Thurgauer Zeitung». Der Fall wird neu aufgerollt.

(red.)

 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 19. Dezember 2019 10:06
aktualisiert: 19. Dezember 2019 10:07