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Das ist der schnellste Bauer der Schweiz

Dario Cantieni, 2. April 2019, 05:41 Uhr
Der Thurgauer Bauer Patrik Wägeli vergrössert seinen Hof laufend. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn mit dem sogenannten «Fast Farming» (dt. schnelles Farmern) verbindet der begnadete Marathonläufer Hobby und Beruf, indem er den Grossteil seiner Hofarbeit im Laufschritt erledigt. Mit Erfolg.

Das klatschende, gleichmässige Geräusch gehört auf dem Hof von Patrik Wägeli praktisch zum Alltag: Wenn der Jungbauer (28) über die Felder joggt, schlagen seine Gummistiefel unaufhörlich gegen die durchtrainierten Waden. Bei anderen muss es «wieder mal schnell gehen» - bei Patrik geht es per se schnell. Denn Patrik ist der «Fastest Farmer», also der schnellste Bauer der Schweiz, vielleicht gar der Welt. «Da ich als Hobby Marathon laufe, dachte ich: Wieso verbindest du nicht die beiden Sachen - Laufen und als Bauer arbeiten? So bin ich auf die Idee gekommen, meine ganze Arbeit auf dem Hof rennend zu erledigen.» Heisst, er kann die Zeit, die er zum Trainieren braucht, gleich in den Alltag einbauen.

Wie das aussieht? So.

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Quelle: FM1Today

Betrieb dank «Fast Farming» enorm vergrössert

Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. «Angefangen habe ich mit zwei Geissen, dank der schnellen und effizienten Erledigung der Arbeiten sind es unterdessen 24 Milchkühe und 45 Hektar Land», so Wägeli, während er sich auf den Weg macht, sein Saatgut auszubringen. Natürlich im Laufschritt, denn dank des Fast Farmings sind die Felder schneller gesät und es lässt sich schneller ernten. Ja gar der Hahn krähe unterdessen später, da die Arbeit auf dem Hof so effizient sei, dass der Tag gar nicht mehr so viele Stunden brauche.

Schnell sein ist nicht alles

Wer eine Weile auf Patriks Hof verbringt, der merkt schnell, dass hier nichts dem Zufall überlassen wird. Keine Heugabel, keine Schubkarre, kein Werkzeug liegt willkürlich herum. Alles hat seinen Platz. Denn neben dem schnell Laufen, sei vor allem das Hofkonzept wichtig, um die Effizienz aufrecht zu erhalten. Patrik deutet mit der Hand auf den Boden unter sich und meint: «Hier habe ich extra die Strasse teeren lassen, damit ich nicht auf dem Kies ausrutsche, wenn ich um die Kurve in den Stall renne.»

Die geteerte Strasse erhöht die Effizienz, um die es beim «Fast Farming» schlussendlich geht. (Bild: FM1Today/Marc Sieger)

Das Konzept interessiert auf der ganzen Welt

Den Namen als «Fastest Farmer» lässt sich Patrik nicht mehr nehmen. Mit seinem Konzept setzt er einen Trend, auf den bereits Bauern aus anderen Ländern aufmerksam geworden sind. «Ich bekomme immer wieder Anfragen, wie man die Arbeit möglichst effizient gestalten kann. Letztens aus Frankreich.» Diesen Leuten schickt der schnelle Bauer dann jeweils sein Hofkonzept, damit sich diese ein Bild machen können. Und auch die grossen Firmen wittern bereits das Geschäft. So hat «ein grosser Sportartikelhersteller» bereits Interesse bekundet, Gummistiefel mit Sportschuh-Sohlen auf den Markt zu bringen. Laut Patrik Wägeli eine «nett gemeinte Idee, die Details müsste man dann aber genau anschauen.»

Erwischt! Dieser Artikel entstand im Rahmen eines 1. April Scherzes der FM1-Today-Redaktion. Doch auch wenn Patrik Wägeli nicht mit der Schubkarre über den Hof rennt, so ist er troztdem der «Fastest Farmer» der Schweiz. Die ganze Geschichte gibt es hier.
Dario Cantieni
Quelle: dac/mas
veröffentlicht: 1. April 2019 07:03
aktualisiert: 2. April 2019 05:41