Wahlen

Grüne im Angriffsmodus: Ton im Thurgauer Regierungswahlkampf wird rauer

· Online seit 09.02.2024, 20:32 Uhr
Die SP Thurgau verweigert der Grünen-Regierungsratskandidatin den Support – dies kommt bei den Grünen gar nicht gut an. Der Ton unter den links-grünen Parteien wird entsprechend schärfer und die Grünen drohen, dass sie in Zukunft auch SP-Mandate angreifen werden.

Quelle: TVO

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Am Mittwoch hat die SP des Kantons Thurgau an einem ausserordentlichen Parteitag entschieden, Grünen-Regierungskandidatin Sandra Reinhart nicht zu unterstützen. Das sorgt für Unmut im links-grünen Lager.

Der Thurgauer Grünen-Präsident ist überrascht und enttäuscht vom SP-Entscheid. «Damit hatte ich nicht gerechnet», sagt er gegenüber TVO. Denn seine Partei hatte der SP-Kandidatur die Unterstützung bereits zugesichert. Egger war überzeugt, dass dies auch im Umkehrschluss gilt.

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Doch dem ist nicht so. Für die Thurgauer SP-Präsidentin Marina Bruggmann ist der Entscheid ihrer Partei logisch, sie versteht aber die Enttäuschung der Grünen. Sie betont jedoch auch: «Wir mussten auf die Fakten und Zahlen schauen – so wie es jede andere Partei auch tut.» Bruggmann führt noch an: «Die Grünen hätten das in dieser Situation auch gemacht.»

Politikbeobachter kann SP-Entscheid nachvollziehen

Auch der langjährige Ostschweizer Politikbeobachter Bruno Eberle findet den Entscheid der SP logisch. Sie hatten eigentlich keine andere Wahl: «Das Risiko wäre hoch gewesen, dass die bürgerlichen Parteien, welche die SP bewusst in der Regierung integriert haben, sie dann rauswerfen könnten. Der Kanton ist sehr bürgerlich geprägt.» Eine gemeinsame Kandidatur mit den Grünen wäre aus seiner Sicht erfolglos gewesen.

Grüne wollen SP-Sitze angreifen

Für Egger ist dies ein Scheinargument – und feuert gegen die SP: «Das heisst, dass wir künftig vermutlich auch SP-Sitze angreifen werden.» Sei es in Verwaltungsräten, bei Gerichten oder eben im Regierungsrat.

Diese deutlich Kampfansage nimmt Bruggmann zur Kenntniss. Es zeige, dass auch die Grünen strategisch denken. Für sie ist aber auch klar: «Wenn die Grünen von Verrat sprechen, begeben sie sich mit der Kampfansage ebenfalls auf den Weg des Verrats.»

veröffentlicht: 9. Februar 2024 20:32
aktualisiert: 9. Februar 2024 20:32
Quelle: TVO

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