Coronavirus

Nach Ferien im Ausland: Arbeitgeber könnten Mitarbeiter testen lassen

1. Juli 2020, 08:25 Uhr
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Quelle: tvo

In einer Woche starten in den Ostschweizer Kantonen die Sommerferien. Dank der Grenzöffnungen sind jetzt auch wieder Reisen ins Ausland möglich. Behörden und Arbeitgeber fragen sich, was passiert, wenn man sich dort mit dem Coronavirus ansteckt und in die Schweiz zurückkehrt.

Der Schweizer Bevölkerung steht aufgrund der Grenzöffnungen fast jedes Reiseziel in den Sommerferien offen. Dies stellt die Arbeitgeber vor grosse Herausforderungen.

So zum Beispiel die Thurgauer Nationalrätin Diana Gutjahr, Geschäftsführerin der Stahl- und Metallbaufirma Ernst Fischer: «Ich habe die Anfrage eines Lernenden erhalten, der ab August bei uns in die Lehre geht. Er wird über die Grenze in die Ferien fahren und wollte wissen, ob er nach seiner Rückkehr für zehn Tage in Quarantäne muss. Ehrlich gesagt, war ich mit dieser Frage im ersten Moment überfordert.»

St.Galler Kantonsärztin: «Für uns ist das ein riesiges Problem»

Offiziell gibt es vom Bund keine Empfehlungen mehr für Reisen ins nahe Ausland. Das bereitet der St.Galler Kantonsärztin Danuta Reinholz Sorgen: «Das ist für uns ein riesiges Problem. Wir sind nicht ganz glücklich darüber, dass dies nun ermöglicht wurde.» Für die Kantonsärztin wäre es vernünftiger, wenn die Schweizer Bevölkerung ihre Ferien in der Schweiz verbringen würde.

Für die Thurgauer Regierung sind vor allem die Flüge in Risikoländer problematisch. «Wir müssen sehr aufmerksam beobachten, wie sich die Fallzahlen in den nächsten Wochen entwickeln werden», sagt der Thurgauer Regierungsrat Urs Martin. «Wir werden uns im Regierungsrat regelmässig beraten und entsprechende Massnahmen vorschlagen.»

«Will nicht mitverantwortlich sein, wenn sich Mitarbeiter anstecken»

Auch in der Firma von Diana Gutjahr werden aktuell Massnahmen geprüft: «Allenfalls ziehen wir in Betracht, dass die Personen, welche Ferien im Ausland machen, ihre Arbeit nur wieder aufnehmen dürfen, wenn sie einen Test machen. Ich möchte nicht dafür mitverantwortlich sein, wenn jemand das Virus aus den Ferien mitbringt und die Mitarbeiter ansteckt.»

Laut der Thurgauer Regierung könnten diese Massnahmen zielführend sein. Die Regierung selbst könnte bei einem Anstieg der Fallzahlen inner kürzester Zeit über entsprechende Regelungen, wie beispielsweise eine Quarantäne verfügen.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 30. Juni 2020 19:18
aktualisiert: 1. Juli 2020 08:25