Thurgau

Unbekannter soll in Wilen auf Büsis schiessen

20. November 2019, 15:41 Uhr
Zwei Katzen eines Mannes aus Wilen hatten Projektile im Körper (Symbolbild).
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Zwei Katzen in Wilen haben Patronen von Luftgewehren im Körper. Der Besitzer vermutet, dass jemand absichtlich auf seine Büsis schoss. Eine der Katzen musste eingeschläfert werden.

Die Patronen sehen aus wie eine Spielfiguren eines Brettspiels. Sie sind deutlich zu sehen in den Röntgenaufnahmen, die ein Mann aus Wilen von zwei seiner Katzen beim Tierarzt machen liess, nachdem diese verletzt nach Hause kamen.

Die Röntgenaufnahme zeigt die Patronenhülse des Luftgewehrs.

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«Büsi hatte Schmerzen, Verletzung war nicht zu sehen»

In der einen Aufnahme liegt die Patrone oberhalb der Schulterblätter, bei der zweiten Katze in einem Bein. Der Katzenbesitzer vermutet, dass seine beiden Katzen von einem Unbekannten mit einem Luftgewehr getroffen wurden, erzählt er der Wiler Zeitung und bestätigt die Vorfälle gegenüber FM1Today.

Der erste Vorfall liegt bereits ein Jahr zurück. «Unser Büsi hatte Schmerzen, doch eine Verletzung war nicht zu sehen», erzählt der Mann. Beim Tierarzt stellte sich heraus, dass das Tier eine Schussverletzung hatte. Das Projektil wurde an Ort und Stelle gelassen, da eine Operation mehr Schaden als Nutzen angerichtet hätte. 

Auf eine Anzeige wurde damals im August 2018 verzichtet: «Wir hatten Angst, dass es in unserem Quartier böses Blut geben könnte, wenn wir bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt eingereicht hätten.»

Ein Büsi musste eingeschläfert werden

Damals wusste der Katzenbesitzer noch nicht, dass auch eine zweite Katze eine Patrone in ihrem Innern liegen hatte. Dies kam erst vergangene Woche ans Licht, als die Katze wegen einer anderen Verletzung zum Tierarzt musste. Die Katze hatte einen doppelten Oberschenkelbruch. Beim Röntgen stellte sich heraus, dass bereits seit längerer Zeit im anderen Bein ein Projektil steckte.

In diesem Bild ist unten der doppelte Oberschenkelbruch zu sehen, oben im Bild, ganz links, steckt die Patrone in der Haut.

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Der Tierarzt vermutet, dass der Beinbruch nicht von einem Unfall herrührte, sondern durch einen Tritt entstanden sein könnte. Da der Thurgauer befürchtet, dass sich in seinem Quartier ein Tierquäler herumtreibt, wird er diese Woche bei der Kantonspolizei Thurgau eine Anzeige gegen Unbekannt einreichen. Für das zweite Büsi hatten die Misshandlungen schlimme Folgen: Es musste eingeschläfert werden, da in seinem Alter eine Operation zu gefährlich gewesen wäre.

Mehrere Fälle mit Schüssen bekannt

«Ich kann verstehen, wenn sich jemand über Katzenkot im Garten oder über das Büsi, das ständig auf dem Auto sitzt, ärgert, doch es gibt andere Mittel als ein Luftgewehr und Tritte, um eine Katze abzuschrecken», sagt der Vater von zwei Kindern.

Den Kantonspolizeien St.Gallen und Thurgau sind keine weiteren Fälle von misshandelten Tieren in dieser Umgebung bekannt. Es komme aber in den Kantonen ab und zu vor, dass jemand mit dem Luftgewehr auf Katzen schiesst. Im Thurgau habe es dieses Jahr bisher drei solche Fälle gegeben.

(abl)

 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. November 2019 15:43
aktualisiert: 20. November 2019 15:41