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Thurgau

«Wir sind besorgt» – schon 100 Kinder mit RS-Virus im Spital

2. Oktober 2021, 08:31 Uhr
Dutzende Kleinkinder mit RS-Virus wurden seit Mai im Thurgauer Kinderspital behandelt – obwohl die Krankheit normalerweise erst im November auftritt. Mitverantwortlich ist die Lockerung der Coronaregeln.
Peter Gessler, Chefarzt der Thurgauer Kinderklinik, hat es derzeit mit vielen RS-Virus-Fällen zu tun.
© Thurgauer Zeitung/Donato Caspari

Sie haben verstopfte Atemwege, die Hälfte von ihnen muss künstlich beatmet werden: Die Kinderklinik in Münsterlingen hat seit Mai rund 100 Kleinkinder mit Respiratorischem Synzytial-Virus (RSV) therapiert, wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet.

Gewöhnlich tritt das RS-Virus zwischen November und April auf, in einem durchschnittlichen Winter werden im Thurgau rund 20 bis 30 infizierte Kinder behandelt. Aktuell sind es permanent zwei bis fünf Kinder, die medizinische Unterstützung wegen des RS-Virus benötigen. «Das haben wir so noch nie erlebt», sagt Chefarzt Peter Gessler. «Wir Kinderärzte sind besorgt.» Starte erst einmal die Grippesaison, könne die Lage noch prekärer werden.

Einen Grund für den Ausbruch sehen Fachleute in der Lockerung der Coronamassnahmen: Durch Masken und Abstandhalten wurde auch die Verbreitung des RS-Virus eingedämmt. Letzten Winter kam es praktisch nicht vor – diesen Frühling stiegen die Fälle schliesslich wieder an.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 2. Oktober 2021 08:12
aktualisiert: 2. Oktober 2021 08:31