Wegen Wanzenbefall

Thurgauer Bauer verschenkt sieben Tonnen Birnen

Fabienne Engbers, 17. September 2019, 09:29 Uhr
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Quelle: Facebook/Manuel Strupler

Drei Viertel seiner Ernte sind von Wanzen befallen, deshalb verschenkt ein Bauer bei Weinfelden am kommenden Samstag seine Birnen. Verkaufen kann er sie nicht mehr, er erleidet dadurch mehrere tausend Franken Ernteeinbussen.

«Unsere Birnen entsprechen in diesem Jahr leider grösstenteils nicht dem Qualitätsstandard der Grossverteiler», schreibt Manuel Strupler auf Facebook. Schuld daran sind Wanzen. Seit 2004 sei die Baumwanze, die ursprünglich aus Asien kommt, in der Schweiz. Bereits mehrere Jahre kämpft Strupler mit dem Ungeziefer.

Wanzen wurden dieses Jahr mehr

Weil seine Birnen zwischen dem Hof und Nachbarhäusern im Winter vor starker Kälte geschützt sind, überleben die Wanzen und werden jedes Jahr mehr. Heuer sind drei Viertel seiner Ernte so stark befallen, dass Manuel Strupler die Birnen nicht verkaufen kann.

«Können sie nur verfaulen lassen»

«Weil die Grossverteiler ihm die Ernte nicht abnehmen und die Birnen der Sorte Kaiser Alexander nicht zu Most verarbeitet werden können, können wir die Früchte nur verfaulen lassen und damit kompostieren», sagt Manuel Strupler.

Wenn aber so viele Birnen am Boden lägen, die man eigentlich essen könnte, sei das gar kein schöner Anblick. Die Wanzen beissen die Birnen nämlich an und hinterlassen dabei harte Stellen und Einbuchtungen in den Früchten. Ansonsten sind die Birnen aber von guter Qualität und damit problemlos essbar.

Am Samstag gibt's die Birnen

Deshalb lädt er Interessierte am Samstag auf seinen Hof ein. Die Birnen sehen nämlich vor allem äusserlich nicht ansprechend aus. Der Geschmack hat sich durch den Wanzenbefall aber nicht verändert. Wer die Birnen auf seinem Hof bei Weinfelden selbst pflückt, darf sie gratis mit nach Hause nehmen.

«Schade wäre, wenn die Birnen jetzt einfach verfaulen würden». Mitnehmen muss man für die Rettungsaktion lediglich eigene Kisten oder Gebinde. Wer kommen möchte, wird aber gebeten, eine kurze E-Mail zu schreiben mit der Menge, die man ernten möchte. Die Adresses teil Manuel Strupler auf Facebook mit.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 17. September 2019 06:17
aktualisiert: 17. September 2019 09:29