«U. K. wollte uns überfahren»

Stephanie Martina, 7. August 2017, 08:17 Uhr
Am Sonntagnachmittag drohte der bisher ruhige Protest vor dem Hof von U. K. in Hefenhofen zu eskalieren: Ein Video einer Augenzeugin zeigt, wie ein Autofahrer einen Schwenk aufs Trottoir macht und damit Demonstranten gefährdet. Am Steuer soll U. K. gesessen haben. Die Polizei hat zur Identifizierung des Fahrers bereits Zeugen befragt.
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Seit über 24 Stunden belagern Tierschützer den Hof von U. K. in Hefenhofen. Nachdem es bisher ruhig blieb, eskalierte die Situation am Sonntagnachmittag beinahe, wie ein Video zeigt. Wie Augenzeugin Irene, die das Video aufgenommen hat, gegenüber FM1Today sagt, sei Tierquäler U. K.* etwa um 13 Uhr in sein Auto gestiegen und von seinem Hof gefahren - ohne Nummernschild. «Kaum war er auf die Strasse vor seinem Haus eingebogen, machte er einen Schwenk aufs Trottoir und erwischt beinahe Personen, die dort standen», schildert Irene aus Rüthi.

«Situation war aufgeheizt»

«Die Situation war zwischendurch ziemlich aufgeheizt. Aber ansonsten war es am Sonntagnachmittag ruhig. Die rund 40 Demonstraten sitzen einfach vor seinem Haus und das setzt ihn natürlich stark unter Druck», sagt Irene. Sie selbst war von 11 bis 16 Uhr vor Ort. Kurz nachdem U. K. weggefahren sei, sei er auch schon wieder zurückgekommen.

Polizei bittet Augenzeugen auf Posten

Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt gegenüber dem «Blick», dass im Verlauf des Sonntagsnachmittag mehrere Anzeigen eingegangen seien. Die genauen Tatbestände würden nun abgeklärt.

Wie Augenzeugin Irene weiter berichtet, seien sie als Urheberin des Videos und die vier Personen, die sich beim Vorfall auf dem Trottoir befanden, gebeten worden, mit auf den Polizeiposten zu kommen. Eine Stunde später sei die Polizei nochmals nach Hefenhofen  zurückgekehrt, weil sie Augenzeugen suchte, die bezeugen konnten, dass tatsächlich U. K. am Steuer des grauen Rexton Ssangyong sass. «Fast alle bestätigten, dass es eindeutig er war, der gefahren war», sagt Irene. Sie selbst hätte sich aufs Filmen konzentriert und hätte den Fahrer nicht gesehen.

Tiere zu Tode gequält

Während mehrerer Jahre soll der Landwirt seine Pferde schlecht behandelt haben, einige habe er gar zu Tode gequält. Auf Facebook lösen diese Vermutungen heftige Reaktionen aus. Viele Tierliebhaber wollen helfen und haben eine Petition gestartet, um den Hof von U. K. stillzulegen. Am Samstagmittag fand auf dem Bahnhofplatz in Frauenfeld eine Demonstration statt. Rund 300 Demonstranten versammelten sich mit handgeschriebenen Plakaten, um auf die Missstände im kantonalen Tierschutz aufmerksam zu machen. Seit Samstagnachmittag belagern Tierschützer den Hof in Hefenhofen. Auf diese Weise würden sie verhindern wollen, dass U.K. die Tiere wegschaffen und Spuren vertuschen könne, sagt eine Demonstrantin gegenüber FM1Today.

Der Kanton Thurgau hat eine Task Force zu dem betreffenden Fall gegründet und will am Montag darüber beraten, wie es weitergeht. Just an diesem Zeitpunkt planen die Organisatoren der Demonstration vom Samstag eine Mahnwache vor dem Regierungsgebäude. Für den Pferdehalter U. K. gilt die Unschuldsvermutung.

*Name der Redaktion bekannt.

Stephanie Martina
Quelle: red.
veröffentlicht: 6. August 2017 19:41
aktualisiert: 7. August 2017 08:17