Schlecht besuchter Jubiläums-Klimastreik

Der Klimastreik fand am Freitag auf Velos statt.
Der Klimastreik fand am Freitag auf Velos statt. © FM1Today/Tobias Bruggmann
Zum ersten Mal demonstrieren die St.Galler Klimastreiker auf Velos und fordern eine bessere Fahrradinfrastruktur. Der Zuspruch beim Klimastreik am Freitag hielt sich aber in Grenzen – zumindest in St.Gallen.

Es ist ein Jubiläum: Seit genau sechs Monaten streiken St.Galler Schülerinnen und Schüler in unregelmässigen Abständen und demonstrieren stattdessen für eine umweltfreundlichere Klimapolitik. Während bei den vergangenen Demonstrationen im Sommer teilweise bis zu 700 Leute mitliefen, war die Beteiligung bei der Velo-Demo am Freitag geringer: 80 Jugendliche und Erwachsene fuhren mit.

Enttäuscht ist Anna Miotto vom Organisationskomitee deswegen aber nicht. «Es ist logisch, dass eine Velo-Demo weniger Leute anspricht. Vielen kamen jeweils mit dem Zug an die Demos, das ist umständlich mit dem Velo.»

Teure Forderungen

Die Organisatoren verbanden den Velostreik dann auch mit Forderungen zur Fahrradinfrastruktur in der Stadt St.Gallen. Viele Velowege seien unsicher oder nicht vorhanden. Dazu wünschen sich die Klimastreikenden ein Mietsystem für Velos.

Stadtrat Peter Jans (SP) versteht das Anliegen der Klimastreiker gut. «Es ist in den letzten Jahren bereits viel gemacht worden. Wir sind uns aber bewusst, dass noch sehr viel zu tun ist.» Die Veloinfrastruktur zu verbessern sei eine Daueraufgabe. «Viele Projekte sind aber aufwendig und oft teuer.» Ein neuer Radweg kann zum Beispiel mehrere hunderttausend Franken kosten, je nach örtlicher Situation.

Die Stadt prüft zurzeit ein Veloverleihsystem mit E-Bikes. «Wir schauen jetzt, ob die Nachfrage vorhanden ist und wollen Partner für das Projekt gewinnen», sagt Jans. Das Ziel sei ein Entscheid noch in diesem Jahr.

Internationaler Klimastreik

Die Streiks der Schüler haben die Klimapolitik in die Medien gebracht. Einige Städte riefen sogar den symbolischen Klimanotstand aus. Dennoch feierten die Klimastreik-Organisatoren das Jubiläum am Freitag nicht. «Es freut uns natürlich, dass viele Städte den Notstand ausgerufen haben, aber es braucht endlich konkrete Massnahmen», sagt Miotto.

Nicht nur in St.Gallen wurde heute gestreikt. Auch im deutschen Aachen trafen sich nach Angaben der Organisatoren über 40’000 Menschen aus 16 Länder zu einem internationalen Klimastreik – darunter auch einige Vertreter des St.Galler Klimastreik-Komitees.

(Tobias Bruggmann)


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