Schmerikon wehrt sich gegen Baupläne

Zwischen den Zürichsee-Gemeinden Schmerikon und Uznach soll ab September ein zweites Bahngleis entstehen. Schmerikon protestiert beim Kanton und den SBB – weil sich das Verkehrschaos vergrössern könnte.

Gibt es zwischen Schmerikon und Uznach tatsächlich ein zweites Bahngleis, bleibt auch die Barriere für Autos länger unten – das ist Felix Brunschwiler, dem Gemeindepräsidenten von Schmerikon, ein Dorn im Auge. «Im Dorf wird ein Verkehrschaos produziert», ist der parteilose Politiker überzeugt. Zudem bedeute die Neuerung einen Leistungsabbau für die Schmerkner Zugfahrer.

Der Verursacher soll zahlen

Die Lösung des Problems wäre laut Brunschwiler eine Umfahrungsstrasse, an der sich der Kanton aber nicht beteiligen möchte. «Es gibt keine gesetzliche Grundlage dafür, eine Gemeindestrasse zu finanzieren», sagt Marc Mächler, Vorsteher des St.Galler Baudepartementes, gegenüber TVO. «Das weiss auch Schmerikon.» Gemeindepräsident Brunschwiler sagt dazu: «Gemäss dem Verursacherprinzip sind der Kanton und die SBB mitzahlungspflichtig.» Brunschwiler will in den kommenden Tagen noch einmal mit den Bauverantwortlichen zusammensitzen. Vermag das Gespräch nichts zu ändern, bleibt ihm die Möglichkeit einer Beschwerde – und das Projekt so zu verzögern.

Baustart im September

Ende Juni hat das Bundesamt für Verkehr den Bau einer Bahn-Doppelspur zwischen Schmerikon und Uznach bewilligt (FM1Today berichtete). Verstreicht die einmonatige Beschwerdefrist ungenutzt, beginnen die Bauarbeiten in diesem September. Das neue öV-Angebot, das eine Beschleunigung der Verbindung zwischen St.Gallen und Rapperswil und weitere Vorzüge verspricht, wird planmässig im Dezember 2020 eingeführt.

(red.)


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