Elektrizität

Axpo meldet tiefere Geschäftszahlen – CEO plant «mutigen und ambitiösen» Ausbau

10. Dezember 2020, 18:40 Uhr
Axpo betreibt unter anderem das Kernkraftwerk Beznau im Aargau und wird getragen von den Nordostschweizer Kantonen.
© Keystone
Sowohl die Gesamtleistung als auch das Betriebsergebnis sind beim Energiekonzern Axpo im letzten Geschäftsjahr gesunken. Der neue CEO Christoph Brand ist dennoch zufrieden und hat grosse Pläne.

Vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 erzielte Axpo ein Betriebsergebnis (Ebit) von 791 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt. Gegenüber dem Vorjahresergebnis mit 850 Millionen entspricht das einem Minus von rund sieben Prozent.

Der Energiekonzern kündigte bereits in seinem Halbjahresbericht ein tieferes Jahresergebnis infolge der Coronapandemie an. Zudem konnte Axpo beim Ergebnis des Vorjahres von Wertaufholungen von über 300 Millionen profitieren. Ohne diese und den Schwankungen der Fonds für Stilllegung und Entsorgung der Kernkraftwerke (Stenfo) hätte der Konzern im Geschäftsjahr 2019/20 ein Betriebsergebnis von 826 Millionen erzielt. Insgesamt resultierte ein Unternehmensergebnis von 570 Millionen gegenüber 865 Millionen im Vorjahr.

Die Gesamtleistung im Stromgeschäft von Axpo ging ebenfalls leicht zurück, von 4,86 auf 4,8 Milliarden. Allerdings habe das «ausserordentlich gute Ergebnis» im Energiehandel dies wettgemacht, sagte CEO Christoph Brand an der Online-Bilanzmedienkonferenz am Donnerstag. Mit 498 Millionen konnte Axpo das Betriebsergebnis (Ebit) gegenüber dem Vorjahr (198 Millionen) in diesem Geschäftsbereich deutlich steigern.

Kantone sollen früher als geplant wieder Dividende erhalten

Entsprechend zufrieden zeigte sich der CEO: «Axpo erzielte im Geschäftsjahr 2019/20 ein sehr gutes Ergebnis und trug mit einem jederzeit einwandfreien Betrieb von Produktion und Netzen zur Stabilität in der Corona-Krise bei», liess sich Christoph Brand in der Mitteilung zitieren.

Daher will der Verwaltungsrat auch ein Jahr früher als ursprünglich geplant bereits wieder Dividenden ausschütten. Konkret soll den Aktionären – also den Nordostschweizer Kantonen – aufgrund des Geschäftsgangs 80 Millionen Franken ausgeschüttet werden.

Eberle verlässt Verwaltungsrat – Stark als Nachfolger nominiert

An der Generalversammlung vom 15. Januar schlägt Axpo zudem Jakob Stark zur Wahl als neuen Verwaltungsrat vor. Der Regierungsrat des Kantons Thurgau hat den 62-jährigen SVP-Ständerat dem Gremium in einer Zweiernomination vorgeschlagen. Stark soll im Verwaltungsrat auf Roland Eberle folgen. Der 67-jährige Thurgauer alt Ständerat gehört dem Axpo-Verwaltungsrat seit gut acht Jahre an – derzeit als Vizepräsident.

Der neue CEO Christoph Brand kündigte am Donnerstag vor den Medien weiter an, im Bereich der erneuerbaren Energien einen «mutigen und ambitiösen» Ausbau vorantreiben zu wollen. Zudem wolle der Konzern beim Schweizer Geschäft seine «führende Rolle als grösste Produzentin von CO2-freier Energie stärken», so Brand. Axpo beschäftigt etwa 5000 Personen. Wegen den dämpfenden Auswirkungen der Coronapandemie geht der CEO für das Geschäftsjahr 2020/21 jedoch davon aus, ein noch tieferes Ergebnis als im abgelaufenen Geschäftsjahr zu erzielen.

(dpo/sat)

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 10. Dezember 2020 18:35
aktualisiert: 10. Dezember 2020 18:40