Schweiz

Berset zur Coronasituation: «Wir müssen ohne Impfstoff durch den Winter kommen»

19. November 2020, 14:18 Uhr
Alain Berset (r.) besuchte am Donnerstag unter anderem die Moncucco-Klinik in Lugano. Hier wurde der erste Coronapatient behandelt.
© Keystone
Gesundheitsminister Berset besuchte am Donnerstag das Tessin. An einer Medienkonferenz sprach er danach über die Situation mit dem Virus in der Schweiz. Und über das Weihnachtsfest, das anders wird.

Zwar stabilisierten sich die Ansteckungszahlen, dies jedoch auf einem sehr hohen Niveau. «Die Situation bleibt ernst», sagte Alain Berset am Donnerstag im Tessin vor den Medien. Darum bleibe es jetzt wichtig, nicht nachzulassen. Und die Abstands- sowie Hygienemassnahmen gelte es weiterhin einzuhalten, so der Gesundheitsminister. Dies auch trotz guter Nachrichten, etwa was die Entwicklung von Coronaimpfstoffen betrifft.

«Wir müssen ohne Impfstoff durch den Winter kommen», sagte Berset weiter. Denn in den kommenden Monaten werde dieser noch nicht zur Verfügung stehen. Ebenfalls wichtig bleibe es, dass sich weiterhin alle testen lassen, die Symptome haben. Das sei leider nicht immer der Fall.

Statt Material fehlt jetzt das Gesundheitspersonal

Wie bereits Ostern und die Sommerferien würden in diesem Jahr auch die Weihnachtsfeiertage sowie Silvester und Neujahr anders ablaufen als sonst, sagte Alain Berset weiter. Obwohl es laut dem Gesundheitsminister möglich sein dürfte, mit der Familie zu feiern, werde es «keine normalen Weihnachten geben». Auch hier müsse man ein bisschen innovativ sein.

Nach verschiedenen Besuchen – unter anderem in der Tessiner Klinik Moncucco, welche im Frühling den ersten Coronapatienten der Schweiz behandelt hatte – strich Bundesrat Berset auch ein paar positive Neuigkeiten hervor. Man habe bereits viel in der Krise gelernt. Dabei sei der Kanton Tessin in der ersten Welle ein Pionierkanton gewesen.

Inzwischen funktioniere die Koordination der Kapazitäten und die Verschiebung der Patienten unter den Spitälern gut, so Alain Berset. Aktuell sei jedoch – anders als im Frühling – nicht die Knappheit des Materials das Problem, sondern das mangelnde Personal auf den Intensivstationen.

(agl)

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 19. November 2020 13:52
aktualisiert: 19. November 2020 14:18