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Corona - Schweiz

Chauffeure leiden unter Massnahmen: «Wollen menschenwürdig behandelt werden»

23. Dezember 2020, 18:27 Uhr
Kein WC und keine warmen Mahlzeiten: Seit der Bund die neusten Massnahmen beschlossen hat, ist dies die Realität für viele Lastwagenfahrerinnen und -fahrer auf Schweizer Strassen. Jetzt wehrt sich der Berufsverband der Chauffeure.
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Quelle: tvo

Frank Lorch ist Lastwagenfahrer in Wil. Für ihn ist sein Job – mit den Massnahmen des Bundes – alles andere als ein Traumjob. «Wir können nicht auf das WC gehen, und auch die Möglichkeiten zum Essen sind bedingt. Es ist eine schwierige Situation», sagt er gegenüber TVO. Raststätten verkaufen ab 19 Uhr nichts mehr zu Essen und die Toiletten werden zugesperrt. Dazu kommt, dass seit Dienstag auch alle Restaurants geschlossen sind. 

Die Lastwagenfahrerinnen und -fahrer wenden sich deshalb direkt an den Bund und fordern Ausnahmeregelungen. «Herr Berset», sagt Josef Jäger, CEO Camion Transport,«bitte schauen sie, dass unsere Chauffeure eine warme Mahlzeit einnehmen und während der Pause sitzen können.» Auch Toiletten sollen mittags und abends benutzbar sein. «Wir sind darauf angewiesen und das gehört sich einfach.»

Die Chauffeure könnten sich vorstellen, dass Gasthäuser in der Nähe von Autobahnen für sie aufmachen. Das würde auch Frank Lorch helfen. «Ich hoffe, dass wir wieder menschenwürdig behandelt werden. Wir sollten die Möglichkeit haben auf das WC zu gehen und zu essen.» Wie der Bund auf den Vorstoss reagiert, ist unklar. Aber eine schnelle Entscheidung wäre jetzt wichtig, sodass die die LKW-Fahrer und -Fahrerinnen auch über die Festtage eine warme Mahlzeit erhalten. 

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 23. Dezember 2020 18:24
aktualisiert: 23. Dezember 2020 18:27