Deutschlands Massnahmen haben keine Auswirkungen auf die Ostschweiz

Dumeni Casaulta, 15. September 2015, 14:36 Uhr
Zwei Kinder, ein Elternpaar und ein junger Mann bei ihrer Ankunft am Bahnhof in Buchs SG (Archivbild)
Zwei Kinder, ein Elternpaar und ein junger Mann bei ihrer Ankunft am Bahnhof in Buchs SG (Archivbild)
© Keystone/DOMINIC STEINMANN
Deutschlands Wiedereinführung der Grenzkontrollen hat nach Angaben des Grenzwachtkorps (GWK) bisher keine Auswirkungen auf die Schweiz. Man habe an der Ostgrenze nicht mehr Migrantinnen und Migranten festgestellt als bisher, hiess es am Montag auf Anfrage. Das könne sich jedoch jederzeit ändern.

Deshalb verstärke das GWK neben der Süd- auch die Ostgrenze mit Personal aus anderen Regionen. Eine vorübergehende Wiedereinführung von Grenzkontrollen wäre nur möglich, wenn eine schwerwiegende Störung der öffentlichen Ordnung vorliege. Und diese Voraussetzung sei in der Schweiz zur Zeit nicht erfüllt, hiess es weiter.

Täglich zwei Dutzend Flüchtlinge

Inzwischen kommen am Grenzbahnhof Buchs SG täglich rund 20 bis 30 Flüchtlinge an. Sie werden seit Montag nicht mehr auf dem Perron kontrolliert. Die Triage findet nun in einem Gebäude nahe des Bahnhofs statt.

"Dort haben wir ausreichend Platz und können die Ankommenden in Ruhe befragen", sagte der Sprecher der St. Galler Kantonspolizei, Gian Andrea Rezzoli. Danach würden sie in das Empfangs- und Verfahrenszentrum Altstätten des Bundes gebracht.

Im August hatte die Zahl der Flüchtlinge an der Ostgrenze in die Schweiz stark zugenommen. 709 Personen wurden wegen rechtswidrigen Aufenthalts registriert, wie letzte Woche bekannt wurde. Im Juli waren es noch 289 Personen gewesen.

Zahl der Flüchtlinge in der Ostschweiz steigt

Anfang September sei es im gleichen Rahmen wie im August weitergegangen, sagte Andrea Schmid, Sprecher des Grenzwachtkorps III, auf Anfrage. Der grösste Teil der Flüchtlinge komme mit dem Zug in die Schweiz. Bei der Kontrolle der Züge aus Österreich arbeiteten die Grenzwächter mit der Kantonspolizei St.Gallen zusammen.

Auch im österreichischen Vorarlberg blieb die Lage am Montagnachmittag ruhig. Es gebe derzeit keine Anzeichen, dass sich die Reiseroute der Hilfesuchenden nach Westen verlagere, sagte Landesrettungskommandant Werner Meisinger vom Roten Kreuz gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur apa.

Gerüstet für Ernstfall

Man sei aber für den Ernstfall vorbereitet. "Wir haben sehr viele Pagerträger", erklärte Meisinger. Er könne "innerhalb sehr kurzer Zeit sicher eine Hundertschaft" organisieren.

Im Bahnverkehr wurden die Kontrollen durch die Polizei nicht ausgeweitet. In den Reisezügen nach und durch Vorarlberg würden Kontrollen im "gleichen Ausmass wie bisher" fortgeführt, sagte Polizeisprecherin Susanne Dilp der apa. (SDA)

 TVO: Ostschweizer Grenzschutz rüstet sich für die nächste Welle

Dumeni Casaulta
veröffentlicht: 14. September 2015 18:10
aktualisiert: 15. September 2015 14:36