Swiss Overshoot Day

Die natürlichen Ressourcen sind für dieses Jahr verbraucht

8. Mai 2020, 09:22 Uhr
Gut zwei Drittel des Jahres leben wir auf Kosten der kommenden Generation.
© iStock
Die Schweizer Bevölkerung lebt über ihren Verhältnissen. Am 8. Mai haben wir all unsere Ressourcen für dieses Jahr verbraucht und leben von nun an auf Kosten der kommenden Generation.

Auch wenn das Coronavirus unseren Alltag momentan bestimmt und wir an kaum etwas anderes denken können: Der Klimawandel ist weder verschwunden, noch hat er eine Kehrtwende gemacht. Dies führt uns der «Swiss Overshoot Day» vor Augen.

Trotz dem wochenlangen Lockdown von diesem Frühjahr hat die Schweiz gegenüber dem vergangenen Jahr nur einen Tag gut gemacht. Der Swiss Overshoot Day 2019 war am 7. Mai.

«Viele Schweizer haben den Eindruck, dass wir uns besonders umweltfreundlich verhalten. Leider ist das Gegenteil wahr: Obwohl saubere und günstige Technologien vorhanden wären, setzen viele Privatpersonen, aber auch Unternehmer und Politiker, auf stark umweltbelastende Ernährung, Verkehrsmittel oder Produktions- und Heizungssysteme», sagt Thomas Vellacott, Geschäftsleiter des WWF Schweiz.

Dies verursache langfristig immer grössere finanzielle, soziale und ökologische Kosten, die von der Allgemeinheit getragen werden müssen, wie die WWF Schweiz in einer Mitteilung schreibt.

Die WWF ruft dazu auf, den ökologischen Fussabdruck zu reduzieren und seinen eigenen Konsum zu überdenken. Mit weniger Fleisch, dafür mehr saisonalen und regionalen Produkten auf dem Teller, weniger Foodwaste, weniger Pendeln mit dem Auto, einer umweltfreundlichen Heizung wie Solar- oder Wärmepumpen und allgemein weniger Konsum könne jeder und jede den ökologischen Fussabdruck reduzieren.

Wie hoch der eigene ökologische Fussabdruck ist und wie man ihn reduzieren kann, zeigt der WWF-Footprintrechner.

Klimawandel ist immer noch Thema trotz Corona

Wie die Schweizer Bevölkerung zu ökologischen Themen steht, hat die GfK in drei Studien untersucht. Aktuelle Zahlen der «GfK COVID-19 Consumer Pulse Study» zeigen, dass trotz Corona der Klimawandel in den Köpfen der Bevölkerung präsent ist. Schweizerinnen und Schweizer sind nicht nur bereit ihr Konsumverhalten zu verändern, sondern fordern auch von den Unternehmen ein umweltbewussteres Vorgehen.

Neben Frauen, die mehr Wert als Männer auf einen respektvollen Umgang mit der Natur legen, setzen sich auch vermehrt jüngere Menschen sowie Personen ab 40 Jahren für die Umwelt ein, wie die Studie besagt. In der Studie wurden je 2'000 Personen der Deutsch- und Westschweiz im April 2020 befragt.

Wille ist da, aber Bequemlichkeit hält von Verhältensänderung ab

Obwohl sich die jüngere Generation in den vergangenen Monaten lautstark für den Klimaschutz starkmachte, würde eher die ältere Generation ihr Verhalten zu Gunsten des Klimas ändern. Doch: Wirkliche Veränderungen im Konsumverhalten zeichnen sich kaum ab.

Die Studie «GfK Consumer Life» führt dabei verschiedene Gründe auf. Zwar gäbe es ein grundsätzliches Bewusstsein der Problematik gegenüber, doch die Bequemlichkeit hält davon ab, das Verhalten langfristig zu ändern. Dies ergab die Analyse einer Online-Befragung von 1'000 Personen der Deutsch- und Westschweiz im Jahr 2019.

Nachhaltige Strategien sind gefragt 

Für die Studie «GfK Corporate Responsibility Study» wurden 3’500 Personen der Deutsch- und Westschweiz im Januar und Februar 2020 zu sozialmoralischen Aspekten der Unternehmensführung befragt. Dabei zeigt sich, dass Unternehmen, die ihre Produkte als nachhaltig vermarkten, authentisch und transparent kommunizieren sollten. Ansonsten reagieren die Konsumenten negativ auf sogenanntes «Greenwashing» oder nur vermeintlich ökologische Produkte. Unternehmen tun also gut daran, eine nachhaltige Strategie zu entwickeln.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. Mai 2020 07:32
aktualisiert: 8. Mai 2020 09:22