Die Schweiz im Drogenrausch

Dario Brazerol, 5. Februar 2019, 19:04 Uhr
Nicht nur Alkohol und Tabak - auch illegale Drogen sind in der Schweiz einfach zugänglich. (Symbolbild)
Nicht nur Alkohol und Tabak - auch illegale Drogen sind in der Schweiz einfach zugänglich. (Symbolbild)
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Wie viel Alkohol, Tabak und illegale Drogen konsumieren die Schweizer? Das Schweizer Suchtpanorama 2019 gibt Einblick in unser Konsumverhalten.

Alkohol und Tabak sind in der Schweiz als Alltagsdrogen fast schon akzeptiert und frei verkäuflich. Auch der Zugang zu illegalen Drogen ist in den grösseren Schweizer Städten nicht unmöglich. Doch wie viel konsumieren Herr und Frau Schweizer tatsächlich? Der alljährliche Bericht «Schweizer Suchtpanorama» gibt darüber Aufschluss.

 Alkohol

  • 7,8 Liter reinen Alkohol trank jeder Schweizer im Durchschnitt im Jahr 2017.
  • Diese Zahl setzt sich zusammen aus 55,1 Litern Bier, 33,1 Litern Wein, 3,6 Litern Spirituosen und 1,7 Litern Obstwein.
  • Im Jahr 2016 tranken knapp 11 Prozent der Schweizer Bevölkerung 50 Prozent des gesamten Alkohols.
  • Für den Schweizer Markt werden jährlich 4,6 Millionen Hektoliter Bier produziert.
  • Rund 6 Prozent der schwangeren oder stillenden Frauen trinken einmal pro Monat zu viel.

Tabak

  • 2017 wurden 9,6 Milliarden Zigaretten verkauft. Das sind im Schnitt 56 Päckchen pro Einwohner.
  • 25,3 Prozent der Schweizer Bevölkerung geben an, gelegentlich oder täglich zu rauchen.
  • 60 Prozent der Raucher möchten gerne aufhören.
  • 5,4 Prozent der Schweizer Bevölkerung geben an, sieben oder mehr Stunden dem Passivrauchen ausgesetzt zu sein.

Illegale Drogen

  • 3 Prozent der Bevölkerung geben an, in den letzten 30 Tagen Cannabis konsumiert zu haben.
  • Die Erträge aus dem schweizweiten Kokainhandel belaufen sich auf 330 Millionen Franken.
  • Jährlich werden in der Schweiz bis zu 2,5 Tonnen gestrecktes Heroin gehandelt.

Medikamente

  • 9 Prozent der über 74-Jährigen sind wahrscheinlich von Schlaf- und Beruhigungsmitteln abhängig.
  • Der Konsum von Medikamenten gegen Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen hat sich bei den 20- bis 24-Jährigen in den letzten acht Jahren mehr als verdoppelt.
Das Schweizer Suchtpanorama wird jährlich durch die Stiftung Sucht Schweiz, ein nationales Kompetenzzentrum im Suchtbereich, veröffentlicht. Als Grundlage für das Suchtpanorama dienen Daten aus dem Suchtmonitoring Schweiz. Seit 2011 werden dafür jährlich 11'000 in der Schweiz wohnhafte Personen ab 15 Jahren zu ihrem Konsumverhalten befragt.
Dario Brazerol
Quelle: red.
veröffentlicht: 5. Februar 2019 19:04
aktualisiert: 5. Februar 2019 19:04