Hanf-Schnelltest im FM1-Land im Einsatz

Fabienne Engbers, 18. Dezember 2017, 16:43 Uhr
Legaler CBD-Hanf oder illegaler, THC-haltiger Hanf? Dies stellt die Polizei ab sofort mit einem neuen Schnelltest fest. Die Zürcher Polizei hat den Schnelltest geprüft, im FM1-Land ist die Einführung eines Schnelltestes zur Typisierung geplant oder bereits umgesetzt.

Der Test besteht aus einem kleinen Beutel, in den der Versuchs-Hanf gefüllt werden kann. Färbt sich der Inhalt rot, handelt es sich um nicht strafbaren CBD-Hanf. Färbt sich der Inhalt des Beutels blau, handelt es sich um illegalen, THC-haltigen Hanf. Die Kantonspolizei Zürich hat den Test mit der Stadtpolizei Zürich und der Stadtpolizei Winterthur getestet und nimmt ihn per sofort in Gebrauch.

Graubünden hat den Test schon im Einsatz

Die Kantonspolizei Graubünden macht seit Kurzem bereits Gebrauch vom Typisierungstest. «Aufgrund von internen Testergebnissen sind wir zum Schluss gekommen, dass der Schnelltest breitflächig im ganzen Gebiet eingesetzt werden kann», sagt Roman Rüegg, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden.

Thurgau hat die Schnelltests bereit

Auch der Kanton Thurgau führt den CBD-Test per sofort ein. «Wir konnten uns von den Zürcher Kollegen überzeugen lassen, dass der Schnelltest zuverlässig ist und er schnell und unkompliziert zwischen CBD-Hanf und THC-haltigem Hanf unterscheidet», sagt Andy Theler, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Der genau gleiche Schnelltest, der in Zürich eingesetzt wird, kommt auch in die Ausrüstung der Thurgauer Kantonspolizei.

Der Test zur Typisierung sei eine Erleichterung für die Polizisten. «Man muss nicht mehr jede Probe ins Labor schicken», sagt Theler. CBD-Hanf, das durch den Schnelltest als solches identifiziert wird, kann dem Besitzer vor Ort wieder zurückgegeben werden.

Test bald auch in St.Galler Ausrüstung

Nach dem erfolgreichen Test in Zürich werden auch andere Kantonspolizeien den Schnelltest in ihre Ausrüstung aufnehmen. Die Kantonspolizei St.Gallen denkt ebenfalls über entsprechende Massnahmen nach. «Wir haben mitverfolgt, wie der Schnelltest entwickelt wurde und wie er sich bewährt hat. Ob wir den Schnelltest anschaffen, der nun getestet wurde, oder einen anderen, das ist noch nicht entschieden», sagt Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Auch bei der Kantonspolizei Ausserrhoden ist die Einführung eines Schnelltests ein Thema.

Kapo Zürich testete erfolgreich

Der Schnelltest, der vom Forensischen Institut Zürich (FOR) entwickelt wurde und von einem Schweizer Unternehmen hergestellt wird, stand in den vergangenen Monaten bei der Kantonspolizei Zürich sowie bei den Stadtpolizeien Winterthur und Zürich im Praxistest. Ausgewählte Polizistinnen und Polizisten führten mehrere hundert Tests mit getrockneten und frischen Cannabisprodukten durch.

Einfache Handhabung als entscheidender Vorteil

Wichtig sei vor allem die Handhabung und die Ablesbarkeit der Resultate gewesen, teilte die Kantonspolizei Zürich am Montag mit. Dieser Meinung ist auch die Kantonspolizei St.Gallen. «Man kann direkt vor Ort sehen, ob es sich um CBD-Hanf oder um THC-haltiges Hanf handelt», sagt Rezzoli.

Die Beutelchen bestanden die Testphase: Der Schnelltest sei gut in der Handhabung, praktisch und zuverlässig. Zudem belaufen sich die Kosten pro Test auf wenige Franken. Die Zürcher Polizeien werden deshalb ab sofort mit dem Test auf der Strasse arbeiten.

Fabienne Engbers
Quelle: enf/sda
veröffentlicht: 18. Dezember 2017 14:50
aktualisiert: 18. Dezember 2017 16:43