Hitzewelle

In der Schweiz gilt ab Montagmittag eine Hitzewarnung des Bundes

18. Juli 2022, 10:56 Uhr
Die Warmluft von der Iberischen Halbinsel führt zu einer Hitzewelle in der Schweiz. Während in Spanien und Portugal ein Temperaturrückgang zu erwarten ist und die Hoffnung auf das Ende der Waldbrände steigt, wird der Peak hierzulande am Dienstag erwartet. Auch in Deutschland und Grossbritannien kann es zu Rekordtemperaturen kommen.

In West- und Südeuropa steigen die Temperaturen weiter an. Doch auch auf die Schweiz kommt eine Hitzewelle zu. Ab Montag, 12 Uhr, gilt in der Schweiz eine Hitzewarnung des Bundes – bis am Mittwoch, 20 Uhr. Laut dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie hängt dies mit der Zufuhr von Warmluft von der Iberischen Halbinsel zusammen, die am Montag die Britischen Inseln und am Dienstag die Schweiz erreichen wird. Der Höhepunkt der Hitze wird am Dienstag erwartet.

Das Wasser wird knapp

In Genf könnte das Quecksilber diese Woche 39 Grad erreichen. Auch in der Region Basel wird es schweisstreibend heiss. Meteoschweiz definiert vier Schwellenwerte, die von 1 (grün) bis 4 (rot) reichen. Mit der Warnstufe 2 wird die Bevölkerung für kurze Hitzeperioden von ein bis zwei Tagen informiert. Wenn die Tagesdurchschnittstemperatur länger als drei Tage über 25 Grad liegt, wird eine Warnung der Stufe 3 ausgegeben. Stufe 4 wird erreicht, wenn 27 Grad mehr als drei Tage überschritten werden. Für Dienstag ist Stufe 3 angekündigt.

Die Folgen der anhaltend hohen Temperaturen und ausbleibender Regen sind vor allem in den Kantonen Tessin und Jura stark zu spüren – sie leiden unter Trockenheit. Die Wasserknappheit könnte laut «SRF» schon bald das Mittelland betreffen.

Gewisse Kantone haben den Wasserverbrauch bereits eingeschränkt. In den Kantonen Freiburg, Luzern und Wallis rufen einige Gemeinden zum sorgsamen Umgang mit Wasser auf. An manchen Orten ist darum der Gebrauch von Trinkwasser fürs Autowaschen, Pool befüllen und Rasen bewässern untersagt.

Erstmals 40 Grad in Grossbritannien?

Für Anfang der Woche wird auch in Deutschland eine Hitzewelle erwartet. Bisher ist Deutschland von der Gluthitze verschont geblieben. Mit dem Wochenbeginn muss sich nun auch die Bundesrepublik aufs Schwitzen einstellen. Am Dienstag werden verbreitet Temperaturen über 35 Grad erreicht, im Westen bis zu 40 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte.

Die Hochtemperaturen kommen nun auch auf Grossbritannien zu, wo erstmals überhaupt eine rote Wetterwarnung wegen Hitze für Montag und Dienstag gilt. Erwartet werden in grossen Teilen Englands bis zu 40 Grad. Der Temperaturrekord liegt bislang bei 38,7 Grad. Die Regierung hatte wegen des erwarteten Hitzerekords den Katastrophenfall ausgerufen.

In Westfrankreich gilt höchste Warnstufe

Auch Frankreich hat Menschen im Land angesichts des erwarteten Temperaturanstiegs zu besonderer Vorsicht aufgerufen. Der Wetterdienst Météo France verhängte bis Montagnachmittag für fast die komplette französische Atlantikküste und weitere westliche Gebiete die höchste Warnstufe Rot. Ziemlich sicher sollen hier Temperaturrekorde gebrochen werden.

Mit der anhaltenden trockenen Hitze und heftigen Winden setzt sich südlich von Bordeaux der erbitterte Kampf gegen zwei grosse Waldbrände fort. Am Sonntagnachmittag verschlimmerte sich die Lage. Der Brand bei Teste-de-Buch erreichte das Meer und flammte von dort gen Süden. Wechselnde Winde liessen den Waldbrand bei Landiras wachsen. Bisher verbrannten knapp 13 000 Hektar Land in der Gegend. Mehr als 16 000 Menschen mussten ihre Bleibe zur Sicherheit verlassen.

Viele Waldbrände in Südeuropa

Neben immer wieder aufflammenden Waldbränden macht Italien auch der ausbleibende Regen zu schaffen. Der Bauernverband Coldiretti warnte am Sonntag vor Ernteverlusten von gebietsweise bis zu 70 Prozent. Obst und Gemüse verbrenne auf den Feldern, hiess es in einer Mitteilung. Auf Sizilien und Sardinien hoben die Behörden die Waldbrand-Warnstufen in manchen Teilen der Inseln erneut an.

Auch die griechische Feuerwehr schätzt das Risiko für Waldbrände in vielen Landesteilen weiterhin als «sehr hoch» ein. Am Montag seien vor allem die Region Attika mit der Hauptstadt Athen sowie die Inseln Euböa, Kreta, Lesbos und Samos und der Nordosten der Halbinsel Peloponnes betroffen. Schwierigkeiten bereiten vor allem die teils starken Winde, die in der Ägäis wehen – sie können ein fast ersticktes Feuer im Nu wieder anheizen und vorantreiben.

In Spanien waren am Sonntagabend noch etwa 30 Waldbrände aktiv. Die Brände machten in den vergangenen Tagen Zehntausende Hektar dem Erdboden gleich, wie der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf die verschiedenen Regionalbehörden berichtete.

In Portugal kämpften am Sonntagabend unterdessen insgesamt rund eintausend Einsatzkräfte gegen 16 aktive Waldbrände. Nach Angaben der Naturschutzbehörde ICNF vernichteten die Flammen in Portugal in einer guten Woche rund 30 000 Hektar Wald.

In beiden Ländern der iberischen Halbinsel gab es derweil in Erwartung sinkender Temperaturen Grund zur Hoffnung. «In den kommenden Tagen wird ein Temperaturrückgang zwischen zwei und acht Grad erwartet», erklärte Spaniens Innenminister José Luis Carneiro.

(hap/sda)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 18. Juli 2022 09:49
aktualisiert: 18. Juli 2022 10:56
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