Nicht aufzuhalten

Invasive Quaggamuschel wird sich in der Schweiz massiv verbreiten

16.11.2023, 10:11 Uhr
· Online seit 16.11.2023, 09:27 Uhr
Die invasive Quaggamuschel wird sich in den Schweizer Seen voraussichtlich massiv ausbreiten. Gemäss einer neuen Studie dürfte die Biomasse pro Quadratmeter in den nächsten 22 Jahren um das Neun- bis Zwanzigfache zunehmen.
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Zudem dürfte die Quaggamuschel vermehrt in tiefere Bereiche der Seen vordringen, wie das Wasserforschungsinstitut Eawag am Donnerstag mitteilte.

Seit rund zehn Jahren breitet sich die aus dem Schwarzen Meer stammende Quaggamuschel (Dreissena rostriformis) in Schweizer Seen und Flüssen aus. Sie kann erhebliche Schäden an Wasserinfrastrukturen und Ökosystemen verursachen. Während die Quaggamuschel in der Schweiz erst 2014 nachgewiesen wurde, breitet sie sich in den Seen Nordamerikas seit den späten 1980er-Jahren aus.

Forscherinnen und Forscher der Universität Konstanz und der Eawag verglichen Daten vom Beginn der Ausbreitung aus vier der fünf Grossen Seen Nordamerikas (Huron, Ontario, Michigan und Erie) mit Daten aus drei Schweizer Seen (Bodensee, Genfersee und Bielersee). Dabei stellten sie fest, dass die Ausbreitungsmuster weitgehend übereinstimmen. Das erlaube eine Prognose zur Ausbreitung der Muschel, hiess es von der Eawag.

Dynamik nicht aufzuhalten

In bereits befallenen Seen könne die Dynamik durch die Invasivität der Muschel nicht mehr aufgehalten werden, so die Forschenden. Es sei aber möglich, die Infrastruktur so zu gestalten, dass die Muscheln und ihre Larven nicht eindringen können.

Zudem sei diese Erkenntnis auch eine Warnung für Seen, in denen die Quaggamuschel noch nicht gefunden wurde. Dazu gehören etwa der Zürichsee und der Vierwaldstättersee. Mit geeigneten Massnahmen, zum Beispiel einer Reinigungspflicht für Boote und gezielten Informationskampagnen, könnte hier die Ausbreitung in neue Gewässer noch verhindert werden, betonten die Forschenden.

(sda)

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veröffentlicht: 16. November 2023 09:27
aktualisiert: 16. November 2023 10:11
Quelle: BärnToday

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