Frischfleisch frisch verriegelt

Lidl sichert Fleisch elektronisch gegen Diebstahl

4. August 2022, 17:04 Uhr
Frischfleischartikel werden besonders oft geklaut. Lidl reagiert und sichert nun auch günstigere Produkte elektronisch ab.

Die Inflation und der Brexit treffen Grossbritannien schwer: Grundnahrungsmittel wie etwa Butter und Milch werden immer teurer. So teuer, dass immer mehr gestohlen wird. Supermärkte sichern heute sogar Cheddar-Käse gegen Diebstahl. Jetzt ist der Trend der besseren Absicherung auch in der Schweiz angekommen. Nicht nur teure Produkte wie etwa Champagner und Parfüms werden vor Diebstahl gesichert. Ein Fund des «Beobachters» zeigt: Lidl Schweiz sichert neuerdings auch Frischfleisch vor Plünderung.

10-Franken-Produkte gesichert

Auf der Packung eines Lammnierstücks für rund zehn Franken ist ein leuchtend gelber Aufkleber mit der Aufschrift «Gesicherter Artikel» entdeckt worden. «Wir können bestätigen, dass wir Produkte wie Lammnierstücke und andere Frischfleischartikel neuerdings diebstahlgesichert haben», sagt Lidl zum «Beobachter». Man habe feststellen müssen, dass diese Art von Produkten öfter entwendet werde. «Bei der neuen Diebstahlsicherung handelt es sich vorerst um einen Test.»

Konkurrenz reagiert anders

«Details zu sicherheitsrelevanten Aspekten kommunizieren wir grundsätzlich nicht öffentlich», heisst es bei Coop. Es werde auf unterschiedliche Massnahmen gesetzt, die Sicherung von Einzelartikeln stehe nicht im Vordergrund, lässt Migros Zürich verlauten. Ähnlich die Antwort von Migros Aare.

Aldi verlasse sich auf die Aufmerksamkeit der Mitarbeitenden und auf den Einsatz elektronischer Warensicherung. Die Filialen verfügten auch über eine Diebstahlsicherung bei den Ausgängen. In manchen Filialen beschäftige man zusätzlich einen Sicherheitsdienst. Diebstahlsicherungen an Einkaufswägeli wie in Deutschland kämen aber hierzulande nicht zum Einsatz, schreibt Aldi Suisse weiter.

«Alles kommt vor»

Eine gesetzliche Pflicht, gesicherte Ware zu kennzeichnen, gibt es nicht. Ein Branchenkenner sagt zum «Beobachter», es komme alles vor: Läden, die gesicherte Waren auszeichnen und solche, die es nicht tun. Andere schreiben wiederum zu Warnzwecken auf die Packung, die Ware sei gesichert, obwohl sie es gar nicht ist.

Meist werde nicht flächendeckend gesichert. Ob in der Schweiz in jüngster Zeit mehr in Läden gestohlen wird, ist nicht bekannt. Die Detailhändler veröffentlichen keine Zahlen zu Umsatzeinbussen durch Ladenklau. Anders in Grossbritannien. Dort werde wegen der gestiegenen Lebensmittelpreise nun mehr gestohlen.

(hap)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 4. August 2022 17:04
aktualisiert: 4. August 2022 17:04
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