Onlineshopping

Mit diesen Tipps kaufst du über die Ostertage im Netz sicher ein

12. April 2022, 19:51 Uhr
Zu Ostern locken viele Onlineshops mit Schnäppchen. Doch wo viel Geld verdient wird, sind Abzocker und Betrüger nicht weit. Wir haben für dich eine Reihe von Tipps, mit denen du sicher im Internet einkaufst.

Geklickt, bezahlt, bestellt, geliefert – Schweizerinnen und Schweizer kaufen immer häufiger im Internet ein. Laut einer Studie stieg der Online-Konsum 2021 um fast 10 Prozent auf 14,4 Milliarden Franken an. Das Wachstum hing, bereits im Jahr zuvor, mit der Pandemie zusammen. Doch es setzte sich auch ein Trend fort, der bereits seit einigen Jahren besteht. Die Gründe für das Wachstum liegen auf der Hand: Onlineshopping ist bequem, einfach und oftmals auch billiger als der Einkauf in einem Geschäft.

Umsatzentwicklung im Schweizer Online- und Versandhandel 2008-2021.

© Handelsverband.swiss/GfK/Carpathia

Wo viel Geld verdient wird, sind Abzocker und Betrüger nicht weit. Da werden persönliche Daten gestohlen, die falschen Produkte verschickt, Fakes verkauft und vermeintliche Schnäppchen mit gekauften Bewertungen untergejubelt. Und oftmals nimmt der Händler den Kaufpreis dankend entgegen – und dann hört man nie mehr etwas von ihm. Damit solche böse Überraschungen beim Onlineshopping über die Ostertage ausbleiben, hat das Computermagazin "c't" eine Reihe von Tipps zusammengestellt:

1. Preisvergleich-Portale richtig nutzen

Plattformen wie Toppreise.ch oder Preisvergleich.ch, die Preise für ein Produkt bei verschiedenen Händlern zeigen, sind für viele Onlineshopper die erste Anlaufstelle beim Interneteinkauf. Allerdings liefert kein Preisvergleicher für alle Produkte die besten Ergebnisse. Es lohnt sich also, verschiedene Preisvergleicher zu vergleichen. Dabei solltest du darauf achten, den Namen des gewünschten Produkts exakt einzugeben. Ein paar weggelassene oder vertauschte Buchstaben können nämlich zu einer ganz anderen Version des begehrten Produkts führen.

In der Regel sortieren Preisvergleicher die Produkte nach dem Preis. Hierbei muss man aber aufpassen, dass die obersten Ergebnisse auch wirklich Teil des Vergleichs sind und nicht für bestimmte Marktplätze wie Amazon reserviert wurden. Durch Filter kann man die Waren ausserdem nach Versandpreis oder Verfügbarkeit sortieren. Einige Plattformen zeigen zudem die Preisentwicklung in einer Grafik an. Diese liefert Hinweise darauf, ob der aktuelle Preis gut ist, oder ob du mit dem Kauf nicht noch etwas warten solltest. Im letzten Fall kannst du dir ein E-Mail mit einem Preisalarm schicken lassen.

2. Fallen bei der Schnäppchenjagd umgehen

Neben den Preisvergleich-Plattformen gibt es sogenannte Schnäppchenportale, etwa Deindeal.ch. Diese spüren besonders günstige Angebote im Netz auf. Wichtig ist hierbei, die Bedingungen genau unter die Lupe zu nehmen. So können die Lieferzeiten länger als gewohnt ausfallen oder die Deals sind nur für sehr kurze Zeit gültig. Dieser Zeitdruck wird von den Portalen bewusst eingesetzt, um die Userinnen und User zum Einkauf zu bewegen. Dennoch solltest du dir immer die Zeit nehmen, ein vermeintliches Schnäppchen bei einem Vergleichsportal gegenzuchecken.

Viele Shops bieten Gutscheine an, mit denen man noch ein paar Prozent sparen kann. Diese Coupons gibt es etwa für eine Empfehlung an deine Freunde, die Installation einer App oder das Abonnieren eines Newsletters. Über die verschiedenen Coupons den Überblick zu behalten, kann eine Herausforderung sein. Ausserdem musst du dir bewusst sein, dass du dir den durchaus attraktiven Rabatt mit einer Preisgabe deiner Daten erkaufst. Der Händler erfährt etwa, wann und wie du bei ihm shoppst oder welche Links du im Newsletter anklickst.

3. Schwindel im Onlineshop erkennen

Das Internet bietet unglaublich günstige Angebote. Und genau hier liegt das Problem, denn manchmal versteckt sich hinter einem Schnäppchen nicht eine tolle Gelegenheit, sondern schlichter Betrug. Ist ein Angebot unverschämt billig und bietet der Händler ausschliesslich Vorkasse an, müssen bei dir die Alarmglocken schrillen. Es könnte sich um einen Fake-Shop handeln. Im Voraus bezahlen solltest du also nur, wenn du dem Verkäufer vertraust. Einige Händler verkaufen ausserdem gebrauchte, minderwertige oder sogar gefälschte Produkte als neu. Deshalb solltest du die Produktbeschreibung und den Auftritt des Shops sorgfältig studieren.

Auch wenn Shop und Produkte in Ordnung sind, kann der Gesamtpreis ein Fallstrick sein. Deshalb lohnt es sich, auf versteckte Kosten zu achten. Diese können etwa beim Versand oder bei der Zahlungsabwicklung auftreten. Ebenfalls prüfen solltest du die Lieferzeiten. Gibt der Händler dazu keine klaren Zusagen, solltest du dich mit Nachfragen vor bösen Überraschungen schützen. Besonders viel Vorsicht ist bei Angeboten auf Social Media geboten. Diese solltest du extra genau prüfen und die Preise vergleichen. Goldene Regel: Wenn ein Angebot zu gut ist, um echt zu sein, dann ist es das in der Regel auch nicht.

4. Geld sicher überweisen

Liegt das gewünschte Produkt im Warenkorb, steht die Zahlung vor der Tür. Hierbei solltest du darauf achten, deine Karten- und Kontodaten umsichtig zu verwenden. Im Zweifel ist es besser, Intermediäre wie PayPal oder Twint zu nutzen. Mit ihnen erhält der Händler keine Zahlungsdaten oder Passwörter von dir. Genau an diese wollen nämlich viele Cyberkriminelle gelangen. Dazu bauen sie Fake Shops oder verschicken manipulierte E-Mails, die nur dazu dienen, deine Daten abzugreifen (Phishing nennt sich das). Generell empfiehlt es sich. Bestellungen bei unbekannten oder weit entfernten Händlern nur in einem finanziellen Umfang zu tätigen, dessen Verlust du verschmerzen kannst.

Kommt die bestellte Ware nicht an oder weicht erheblich von der Produktbeschreibung ab, solltest du dich zunächst an den Händler wenden. Bringt das kein Ergebnis, bieten die meisten Zahlungsarten Möglichkeiten, das Geld zurückzuholen. Auch dann, wenn du auf einen Fake Shop hereingefallen bist. Am bequemsten und sichersten ist ohnehin der klassische Rechnungskauf: Du zahlst erst, nachdem du das Produkt erhalten hast. Schwieriger wird es, wenn du das Geld bereits überwiesen hast. Wende dich in diesem Fall an deine Bank oder den Bezahldienst, mit dem die Überweisung getätigt wurde.

5. Erfolgreich reklamieren

Beim Online-Einkauf kann immer mal etwas schiefgehen. In den allermeisten Fällen steckt dahinter keine betrügerische Absicht des Verkäufers. Wurde die Ware versendet, kommt aber nie bei dir an, ist der Kaufvertrag nicht erfüllt. Hier kannst du auf eine Ersatzlieferung innerhalb einer angemessenen Frist bestehen. Die Mühe, selbst nach dem Verbleib zu forschen, solltest du dir nicht machen. Heikel ist es allerdings, wenn der Lieferdienst eine Zustellung meldet, die Sendung aber nicht angekommen ist. Dann solltest du schnell handeln und den Verbleib klären – zum Beispiel bei deinen Nachbarn.

Weist die Verpackung bereits bei der Anlieferung deutliche äussere Schäden auf, solltest du die Annahme verweigern. Den Verkäufer solltest du dann möglichst rasch informieren und um Ersatzlieferung bitten. Diese sollte erfolgen, bevor die Sendung wieder bei ihm ankommt. Andernfalls könnte er die Rücksendung als Rücktritt vom Kauf auffassen. Liegt das Paket schon vor der Haustüre oder beim Nachbarn, zückst du am besten dein Smartphone und fotografierst den Schaden noch vor dem Auspacken – am besten im Beisein eines Zeugen.

Auch wenn die Lieferung geklappt hat, kann direkt nach dem Auspacken oder nach längerem Gebrauch ein Defekt des Produkts auftreten. Oder du stellst fest, dass ein Teil der Lieferung fehlt. Immer gilt: Möglichst schnell reagieren, den Mangel dokumentieren, Zeugen herbeirufen und mit dem Händler in Kontakt treten. In allen Fällen hast du gegenüber dem Verkäufer bestimmte Rechte. Egal, in welchem Land der seinen Firmensitz hat. Mehr Infos zu Reklamation und Umtausch findest du bei der Stiftung für Konsumentenschutz.

(osc)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 12. April 2022 19:51
aktualisiert: 12. April 2022 19:51
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