Coronavirus

Muss dieses Jahr selbst der Samichlaus seinen Besuch absagen?

Tobias Hotz, 20. September 2020, 19:57 Uhr
Kann der Samichlaus auch dieses Jahr die Zentralschweizer Kinder besuchen?
© Samichlaus Baar
Er gehört bestimmt zur Risikogruppe – der Samichlaus. Sein Besuch ist in vielen Familien Tradition. Doch kann der Samichlaus und sein Gefolge auch dieses Jahr von Familie zu Familie ziehen? Der Zuger Kantonsarzt ist optimistisch.

Es ist still in der Stube und riecht nach frisch gebackenen Guetzli. Auf dem Sofa sitzen zwei nervöse Kinder und das Kalenderblatt zeigt den 6. Dezember. Nur in der Mitte der Stube steht ein grosser, leerer Stuhl. Der Samichlaus kann aufgrund der Corona-Pandemie die Kinder nicht besuchen. Doch wie realistisch ist dieses Szenario?

Der Samichlaus schüttelt dieses Jahr keine Hände

«Meiner Meinung nach ist der Familienbesuch grundsätzlich möglich», sagt Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und -ärzte. Dabei seien die geltenden Verhaltens- und Abstandsregeln zu beachten. «Wenn der Samichlaus oder Schmutzli jedoch Krankheitssymptome aufweisen, darf er nicht auf Besuch kommen.»

Der Samichlaus werde auch nicht zum Viren-Zug, der einmal durchs Dorf rollt. «Auch wenn der Samichlaus mit einem coronainfizierten Kind Kontakt hätte, müsste er sich zuerst anstecken. Das Virus muss sich dann in den oberen Atemwegen vermehren, erst dann wird der Samichlaus ansteckend», erklärt Hauri. Daher sei der Besuch von mehreren Familien unter Einhaltung üblichen Regeln unproblematisch.

Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri sieht den Samichlausbesuch nicht in Gefahr.

© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Nüssli für die Kinder – Getränke für den Samichlaus

Auch muss der Samichlaus bei seinen Besuchen nicht verdursten. «Wenn er aus einem für ihn bestimmten Glas trinkt, ist das kein Problem», sagt Hauri. Im Gegenzug für ein erfrischendes Getränk kann der Samichlaus auch dieses Jahr ein paar Nüssli und Mandarinen als Dank in der Stube lassen. «Wenn der Schmutzli vor der Tour seine Hände gründlich wäscht, ist das kein reales Problem.» Solange der Samichlausbesuch im familiären Rahmen bleibt, können auch die Grosseltern anwesenden sein.

Der Samichlausbart kann ein Virenfänger sein

Der Samichlaus ist häufig nicht nur am 6. Dezember unterwegs. Hauri empfiehlt daher, dass die Gewänder nur von einer Person getragen werden. «Wenn man die Gewänder gut auslüftet und der Sonne aussetzt, sollte es in der Praxis kein Problem sein.» Doch vor allem bei den Bärten müsse beachtet werden, dass sich das Virus dort ansammeln könne. «Aus epidemiologischer Sicht ist es empfohlen, immer den gleichen Bart zu tragen», sagt Hauri. Falls dies nicht möglich sei, müsse der Bart mit Seifenwasser gereinigt werden. Weiter empfiehlt Hauri, dass die Chlausgruppen immer in der gleichen Zusammensetzung unterwegs sind.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 20. September 2020 19:33
aktualisiert: 20. September 2020 19:57