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Neue Studie zeigt: Pestizide gefährden Ameisen-Kolonien langfristig

1. Juli 2020, 10:23 Uhr
Für Ameisenkolonien ist es besonders wichtig, eine grosse Anzahl an Arbeiterinnen zu haben.
© Kenneth Nars
Das Insektizid Thiamethoxam schadet nicht nur Bienen, sondern auch Ameisen. Der Wirkstoff hat langfristige negative Auswirkungen auf den Bestand und das Überleben von Ameisen-Kolonien.

(agl) Wirkstoffe, die in der Landwirtschaft zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt werden, schaden oft auch den Nützlingen. So war zum Beispiel bereits bekannt, dass das Insektizid Thiamethoxam sich negativ auf Bienen auswirkt. Forscher der Universitäten Bern und Fribourg zeigen nun in einer neuen Studie, dass auch die schwarze Gartenameise betroffen ist.

«Die Studie weist gravierende Langzeitauswirkungen nach, die bisher noch nicht untersucht wurden», heisst es in einer Medienmitteilung der Universität Bern vom Mittwoch. Ameisenkolonien, die chronisch einem Pestizid ausgesetzt sind, entwickelten sich im ersten Jahr noch normal, im zweiten Jahr wiesen sie jedoch deutlich weniger Arbeiterinnen auf. «Da eine grosse Anzahl an Arbeiterinnen ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer Ameisenkolonie ist, ist somit das Überleben der Kolonien gefährdet», heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Studie zeige, wie wichtig es sei, auch Langzeiteffekte bei Risikoabwägungen einzubeziehen, so die Autoren. So soll eine nachhaltige Landwirtschaft gesichert werden. Forscher sehen Pestizide als eine der Ursachen für das globale Insektensterben. Neonikotinoid-Insektizide wie Thiamethoxam gelangen bei der Anwendung in Böden und Grundwasser und wurden gemäss der Mitteilung auch schon in Gebieten nachgewiesen, wo sie nie verwendet wurden.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 1. Juli 2020 10:23
aktualisiert: 1. Juli 2020 10:23