Machtwechsel

Ob Trump oder Biden: Für die Schweiz wird sich wenig ändern

20. Januar 2021, 06:11 Uhr
Der Schweizer Botschafter in den USA, Jacques Pitteloud, hat die Erwartungen an die neue US-Regierung bei der Zusammenarbeit mit der Schweiz gedämpft. (Archivbild)
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Der seit Herbst 2019 amtierende Schweizer Botschafter in den USA, Jacques Pitteloud, sieht mit dem Machtwechsel in Washington keine Dynamik in den bilateralen Beziehungen aufkommen. Die neue US-Regierung werde wahrscheinlich nicht viel Zeit für die Schweiz haben.

Dies sagte der Schweizer Spitzendiplomat dem «Blick» vom Mittwoch. Die neue US-Regierung habe einfach zu viele Probleme zu lösen, erklärte Pitteloud weiter.

Stabilität bei «Guten Diensten»

Auch für ein Freihandelsabkommen der Schweiz mit den Vereinigten Staaten von Amerika zeigte er sich skeptisch. «Die neue Regierung um Joe Biden muss sicher erst mal mit anderen Problemen befassen», wiederholte er seine Aussagen zu den generellen bilateralen Beziehungen. Hätte Donald Trump eine zweite Amtszeit als US-Präsident bekommen, hätte die Schweiz vielleicht eine etwas grössere Chance für ein Freihandelsabkommen gehabt, führte der 58-jährige Schweizer Diplomat weiter aus. «Aber wir werden uns weiterhin um ein Freihandelsabkommen bemühen», sagte Pitteloud gegenüber dem «Blick».

Für die Vertretung der US-Interessen in der Islamischen Republik Iran durch die Schweiz erwartet er dagegen kaum Änderungen. Die Hochs und Tiefs zwischen den beiden Staaten habe es seit 40 Jahren gegeben, hiess es. Aber sowohl in den USA als auch im Iran stünden in diesem Jahr Machtwechsel an - «das ist eine delikate Zeit», erklärte er. «Die Schweizer Diplomaten in Washington und Teheran stellen jederzeit sicher, dass Nachrichten zwischen den beiden Regierungen so rasch wie möglich übermittelt werden», hob Pitteloud diesbezüglich hervor.

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. Januar 2021 05:40
aktualisiert: 20. Januar 2021 06:11