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Unwetter

Strassen nach Engelberg gesperrt – Situation in Bern bleibt heikel

11. Juli 2021, 06:56 Uhr
Heftige Niederschläge haben am späten Samstagabend die Zentralschweiz heimgesucht. In Wolfenschiessen NW kam es zu Evakuationen. Die Polizei sperrte die Strassen nach Engelberg OW und Oberrickenbach NW.
Die Aare in Bern führt nach heftigen Regenfällen Hochwasser. (Archivbild)
© KEYSTONE/LUKAS LEHMANN

Auch die Zugverbindung ist unterbrochen, wie die Kantonspolizei Nidwalden und die SBB bestätigten. Zuvor waren erneut Gewitter über die Kantone Ob- und Nidwalden hinweggezogen, wie es auf den Webseiten von «PilatusToday» und der «Luzerner Zeitung» hiess. 

Durch die starken Niederschläge traten diverse Bäche in Wolfenschiessen und in Emmetten NW über die Ufer und verursachten Überschwemmungen, wie die Kantonspolizei Nidwalden mitteilte. Feuerwehr, Zivilschutz und die Polizei standen im Einsatz.

Engelberg ist seit etwa 22 Uhr nicht mehr erreichbar. Noch offen ist laut Polizei, wann die Strassen wieder geöffnet werden können. Der Zugverkehr dürfte laut SBB bis voraussichtlich gegen 12 Uhr am Sonntag eingeschränkt sein. Es sei mit Zugausfällen zu rechnen.

Wasser- und Schlamm-Lawine

Zwischen Engelberg und Wolfenschiessen wurde die Strasse durch Wasser, Schlamm und Geröll verschüttet. Einen Erdrutsch wie von Augenzeugen berichtet, habe es jedoch nicht gegeben, wie ein Sprecher der Kantonspolizei Nidwalden sagte. Ein Video von «PilatusToday» zeigte, wie Wasser und Geröll die Strasse überquerte.

Betroffen von starken Regenfällen war einmal mehr auch der Kanton Glarus, wie ein Blick auf den Wetterradar von Meteo Swiss zeigt. Nach Angaben der Kantonspolizei Glarus ist die Lage jedoch ruhig. In einem Fall habe die Feuerwehr einen Keller auspumpen müssen.

Heikle Situation im Kanton Bern

Heikel bleibt die Situation im Kanton Bern. Die heftigen Regenfälle im Berner Oberland dürfte den bereits randvollen Thunersee weiter gefüllt haben. Am Sonntagmorgen gegen 06.30 Uhr war die Situation unverändert gegenüber Mitternacht, wie die Sprecherin von Schutz und Rettung Bern, Carina Grossenbacher, auf Anfrage sagte.

Für eine gewisse Entspannung sorgte die Tatsache, dass die technischen Probleme beim Hochwasser-Entlastungsstollen in Thun behoben werden konnten. Die Regulierung funktioniere nun wieder. Die Wassermenge in der Aare in Kubikmeter pro Sekunde sank dadurch von 410 am Nachmittag auf 380. Dieser Stand galt auch am Sonntagmorgen.

Grosse Regenmengen

Laut SRF Meteo regnete es während der Nacht auf Sonntag in vielen Regionen der Schweiz ergiebig. So betrug die Niederschlagsmenge in Gersau SZ innerhalb eines Tages 70,3 Millimeter. In Salez SG waren es 43,2 Millimeter, in Sattel SZ 42,3 Millimeter, in Bellelay im Berner Jura 41,3 Millimeter, in Engelberg OW 37,4 Millimeter und in Meiringen BE 37,0 Millimeter.

Quelle: sda
veröffentlicht: 11. Juli 2021 06:35
aktualisiert: 11. Juli 2021 06:56