Untervermietete Wohnung als Puff missbraucht

Lara Abderhalden, 28. Dezember 2017, 07:40 Uhr
Die Wohnung einer Zürcherin die verreiste, wurde als Bordell missbraucht. (Symbolbild)
© iStock
Eine 30-jährige Zürcherin vermietete ihre Wohnung für drei Monate, weil sie für diese Zeit nach Hawaii ging. Während ihres Auslandsaufenthalt musste sie jedoch von der Polizei erfahren, dass ihre Wohnung von ihrem deutschen Untermieter als Puff verwendet wird.

«Ich habe meine Wohnung untervermietet, damit ich drei Monate auf Hawaii Sonne tanken kann», erzählt die Zürcherin im Blick. Ein Deutscher, der einen seriösen Eindruck machte, zog in die Wohnung am Albisriederplatz ein. Dies gab er zumindest an. Statt jedoch selbst die Wohnung zu beziehen, richtete er ein illegales Bordell ein. «Ich wurde von einem Polizisten kontaktiert, der mich darauf aufmerksam machte», erzählt die 30-Jährige.

Deutsche Frau in der Wohnung

Blick-Recherchen zeigen, dass der vermeintliche Untermieter, auf mehreren Seiten mit Frauen wirbt, deren Dienste an der Adresse der Zürcherin angeboten werden. Auf den Bildern sind jeweils bekannte Gesichter zu sehen, wie ein australisches Instagram-Model. Darunter der Text: «Ich bin ein versautes kleines Luder und suche nach hemmungslosem Spass. Du kannst mich gerne in meiner privaten Wohnung besuchen.»

In der Wohnung befindet sicher aber weder ein australisches Model, noch die anderen angekündigten Frauen. Eine Deutsche öffnet einem Blick-Reporter die Türe, äussert sich aber nicht auf kritische Fragen, sondern sagt lediglich, dass sie alleine sei. In verschiedenen Foren beklagten sich Freier über die Zustände in der Wohnung. Es herrsche das reinste Chaos. Im Wohnzimmer stehe Gleitcreme neben McDonalds-Tüten mit angefressenen Burgern.

«Muss wohl neue Wohnung suchen»

Die Zürcherin kann das alles nicht mehr hören. Geniessen kann sie den Hawaiiaufenthalt nicht mehr: «Ich verliere mein Zuhause und muss mir wohl eine neue Wohnung suchen.» Sie hat dem Untermieter die Wohnung möbliert hinterlassen. Was mit den Möbeln passiert, weiss die 30-Jährige jetzt noch nicht.

Die Polizei bestätigt zwar, dass Ermittlungen gegen den deutschen Untermieter laufen, der in der Schweiz offiziell eine Immobilienfirma betreibt, viel tun könne sie allerdings nicht. Dies wurde der Zürcherin erklärt: «Der Untermieter kann nur gebüsst werden, weil er ohne Bewilligung einen Bordellbetrieb betreibt.» Dies bedeute eine Übertretung, welche mit ein paar Hundert Franken gebüsst wird. Aus der Wohnung schmeissen, könne man den Deutschen und seine Girls nicht. Dies wäre eine Zwangsmassnahme, die vom Gesetz nicht erlaubt ist.

(red.)

 

Lara Abderhalden
veröffentlicht: 28. Dezember 2017 07:33
aktualisiert: 28. Dezember 2017 07:40