Volksinitiative gegen die Bündner Sonderjagd verfehlt das Ziel

19. Mai 2019, 13:40 Uhr
In Graubünden haben die Stimmberechtigten eine Volksinitiative zur Abschaffung Sonderjagd verworfen. Im Bild der ehemalige Ski-Nationaltrainer und leidenschaftliche Jaeger Fritz Zueger (Archivbild).
In Graubünden haben die Stimmberechtigten eine Volksinitiative zur Abschaffung Sonderjagd verworfen. Im Bild der ehemalige Ski-Nationaltrainer und leidenschaftliche Jaeger Fritz Zueger (Archivbild).
© KEYSTONE/ARNO BALZARINI
Im Kanton Graubünden werden über 5000 Hirsche und Tausende Rehe weiterhin auf einer zweistufigen Jagd geschossen. Eine Volksinitiative zur Abschaffung der Sonderjagd im Spätherbst wurde trotz Rekordzahl von Unterschriften an der Urne verworfen.

Die Volksinitiative zur Abschaffung der Sonderjagd, lanciert aus Jäger- und Naturschutzkreisen, war mit einer Rekordzahl von über 10'000 Unterschriften eingereicht worden. An der Urne reichte es trotzdem nicht für die Annahme: Das Begehren wurde mit 36'181 zu 30'533 Stimmen bei 49,28 Prozent Beteiligung abgelehnt.

Die Initianten wollten den zweiten Teil des zweistufigen Jagdkonzepts liquidieren, die Sonderjagd. Sie wird Ende November und Anfang Dezember durchgeführt, wenn auf der ordentlichen Jagd im September zu wenige Hirsche und/oder Rehe geschossen worden sind.

Die Sonderjagd ist seit Jahren umstritten, weil die Vorschriften gelockert werden. Jung- und Muttertiere dürfen dann geschossen werden. Gegner kritisierten, es komme auf der Sonderjagd zu moralisch, ethisch und jagdlich verwerflichen Szenen.

Die zweistufige Bündner Jagd ist seit 1989 gesetzlich etabliert. Die Volksinitiative zur Abschaffung der Sonderjagd hatte im Parlament, im Bündner Grossen Rat, keine Chance. Nur ein einziger Grossrat von insgesamt 120 stimmte ihr zu.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 19. Mai 2019 13:18
aktualisiert: 19. Mai 2019 13:40